Polen will dem Brain Drain entgegen wirken

12. Juni 2006, 12:31
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Wissenschaftsministerium will Forscher, die im Ausland Karriere machen, mit lukrativen Angeboten zurück locken

Warschau - Das polnische Wissenschaftsministerium will Wissenschaftler, die im Ausland Karriere machen, nach Polen zurückholen. Ihnen sollen Doppel-Professorenhonorare angeboten werden. Inländische Wissenschaftler lehnen die Idee ab und fühlen sich benachteiligt.

Die Idee

Das Projekt soll heuer im Herbst starten und ist an junge Wissenschaftler sowie an Professoren, die länger als fünf Jahre im Ausland arbeiten, gerichtet. Vize-Wissenschaftsminister Olaf Gajl sagte gegenüber der Tageszeitung "Gazeta Wyborcza", dass Polen insbesondere Teleinformatiker und Bio- und Nanotechniker zurückholen wolle.

Gajl ist überzeugt, dass bis 2009 mindestens 150 Wissenschaftler auf ihre Karriere im Ausland verzichten werden. "Unter der Bedingung, dass wir dafür Förderungsgelder aus der Europäischen Union erringen", erklärte der Vizeminister.

Kritik

Wissenschaftler, die an polnischen Forschungsinstituten arbeiten, kritisieren die Idee. Der weltberühmte Genetiker Professor Jan Lubinski von der Medizinischen Akademie in Szczecin (Stettin) ist der Meinung, dass das angebotene Honorar von 12.000 Zloty (rund 3.100 Euro) - obwohl für polnische Verhältnisse sehr hoch - zu niedrig ist, um die wirklich qualifizierten Wissenschaftler zu ködern. (APA)

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