New Yorker Angebot war zu schmeichelhaft

4. Juli 2006, 15:50
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Euronext-Spitzenvertreter schließen die Alternative Frankfurt aus

Die Spitzenvertreter von Euronext erklärten am Freitag in einer Pressekonferenz in Paris, der Deal mit der New Yorker Stock Exchange (NYSE) sei verbindlich und schließe die Alternative Frankfurt nunmehr aus. Hingegen sei es durchaus denkbar, dass sich die Deutsche Börse dem neuen Verbund anschließe. In Paris bevorzugen einzelne Politiker wie der einflussreiche Senator Jean Arthuis weiter eine europäische Börsenhochzeit mit der Deutschen Börse. Sie scheinen sich aber auch nicht durchsetzen zu können.

Dass Paris generell Richtung Wall Street neigt, dazu trägt möglicherweise auch der Eindruck vieler Franzosen bei, von den US-Börsenmanagern besser behandelt zu werden als von Frankfurter Seite. NYSE-Chef John Thain billigte den Europäern eine paritätische Besetzung des entscheidenden Exekutivkomitees zu. Bei strategischen Entscheidungen, die die Zweidrittelmehrheit erfordern, können sich die Euronext-Manager quer legen.

Während Euronext-Chef Jean-François Théodore und der Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni mühsam um interne Positionen rangen, war sich die New Yorker Börse nicht zu schade zu betonen, wie groß ihr Interesse an Euronext ist – was französischen Ohren schmeicheln musste. (Stefan Brändle aus Paris, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3./4./5.6.2006)

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