Keine Haftstrafe wegen Folter in Abu Ghraib

8. Juni 2006, 13:50
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US-Offizier ließ Hund auf Gefangenen los - Strafe: 90 Tage harte Arbeit und Degradierung

Fort Meade - Eine Militärjury in Fort Meade im US-Bundesstaat Maryland hat am Freitag entschieden, dass ein im Zusammenhang mit Folterungen im irakischen Gefägnis Abu Ghraib für schuldig befundener US-Unteroffizier nicht ins Gefängnis muss. Stattdessen soll der 32-jährige Soldat 90 Tage lang harte Arbeit verrichten. Er wird außerdem degradiert und bekommt im kommenden Jahr 7.200 Dollar (5.575 Euro) von seinem Sold abgezogen. Als Höchststrafe hatten dem Soldaten Santos Cardona dreieinhalb Jahre Haft gedroht.

Das Gericht hatte Cardona zuvor für schuldig befunden, einen irakischen Inhaftierten mit seinem Hund angegriffen zu haben. Er wurde zudem wegen Pflichtverletzung schuldig gesprochen. Sieben weitere Anklagepunkte gegen den Militärpolizisten wegen Misshandlung von Gefangenen im Zeitraum 2003 bis 2004 ließ das vier Offiziere und drei Soldaten umfassende Tribunal fallen.

Cardona ist der elfte Soldat, der wegen der Misshandlung von irakischen Gefangenen in Abu Ghraib verurteilt wurde. Seine Verteidiger hatten geltend gemacht, dass seine Vorgesetzten den Einsatz von Hunden während der Gefangenenverhöre unterstützt hätten. Kritiker weisen darauf hin, dass bisher kein ranghoher Armeeoffizier oder Regierungsbeamter wegen der Foltervorfälle belangt wurde. (APA)

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