Prodi besprach mit Blair Truppenabzug

6. Juni 2006, 09:47
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Italienisches Kontingent soll in Abstimmung mit britischen Soldaten abrücken

Rom - Italiens Regierungschef Romano Prodi hat mit dem britischen Premierminister Tony Blair am Freitag in Rom über den Abzug italienischer Truppen aus dem Irak diskutiert. Der Abzug der Soldaten, die noch im Irak stationiert sind, sei ein "definitiver Beschluss", der nun in Tat umgesetzt werden müsse, sagte Prodi bei einer Pressekonferenz nach Ende seines Treffens mit Blair.

Prodi betonte, dass sich das italienische Kontingent im südirakischen Nassiriya, in einem Sektor unter britischer Kontrolle, befinde. Daher sei es besonders wichtig, dass der Abzug der italienischen Truppen in Übereinstimmung mit den Briten erfolge, damit dies auf effiziente und sichere Weise erfolgen könne. Prodi kündigte ein baldiges Treffen zwischen dem italienischen und dem britischen Verteidigungsminister an, bei dem die Details des italienischen Truppenabzugs besprochen werden solle.

Die neue italienische Mitte-Links-Regierung will noch bis Ende Juni die Zahl der im Irak stationierten Soldaten von 2.700 auf 1.600 reduzieren. Die restlichen Truppen sollen bis Jahresende abgezogen werden.

Blair, der zum ersten Mal Prodi nach seinem Amtsantritt vor zwei Wochen getroffen hat, wird am Samstag mit seiner Frau Cherie bei einer Privataudienz vom Papst empfangen werden. Blair hatte diese Woche einige Tage Urlaub in der Toskana verbracht. Hier hatte er auch den bei den Parlamentswahlen im April abgewählten Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi getroffen. Berlusconi hatte als treuer US-Verbündeter die italienische Irak-Mission stark unterstützt. (APA)

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