Abgestürzter US-Bomber strahlt seit 38 Jahren

9. Juni 2006, 16:41
35 Postings

Gesundheitsforscher drängen auf systematische Untersuchung der betroffenen Region auf Grönland

Nuuk/Helsinki - 38 Jahre nach dem Absturz eines mit vier Atomsprengköpfen bestückten B-52-Bombers in der Nähe der grönländischen US-Basis Thule ist die Umgebung der Unfallstelle immer noch verstrahlt. Gesundheitsforscher drängen auf eine systematische Untersuchung der Gegend um die Siedlung Narsaarsuk, die im Jänner 1968 wegen der herrschenden Witterung besonders von radioaktivem Fallout betroffen war.

Eine im vergangenen Herbst veröffentlichte Studie des dänischen Forschungszentrums Risö hatte in der Region in zweijähriger Forschungsarbeit sowohl auf dem Festland als auch im Meeresboden nach wie vor erhöhte Strahlenwerte festgestellt. Die Forscher befürchten, dass das Plutonium auch an die Luft gelangt, wo es für die Menschen besonders gefährlich ist.

Hilfe soll kommen

Laut einem Online-Bericht des grönländischen Rundfunks KNR soll in der kommenden Woche eine dänisch-grönländische Arbeitsgruppe eingesetzt werden, um weitere Maßnahmen zu beschließen. Der dänische Regierungschef Anders Fogh Rasmussen hatte vergangenen Herbst staatliche Finanzhilfe für die Folgeuntersuchungen der Risö-Studie versprochen.

Der Absturz ereignete sich am 21. Jänner 1968. Bei den Bergungsarbeiten wurden zahlreiche dänische und grönländische Helfer verstrahlt, die USA lehnten Kompensationszahlungen ab. Bis heute ist ungeklärt, ob wirklich alle vier Atombomben geborgen und entsorgt wurden. Das Pentagon erneuert derzeit das Radarsystem der Basis, das als Teil des umstrittenen Raketenschutzschilds der USA geplant ist. (APA)

Share if you care.