Super-Hütte für den Super-Hochschwab

16. Juni 2006, 16:55
23 Postings

Seit September des Vorjahres steht etwas unterhalb des Hochschwab­gipfels ein neues Schiestlhaus, das alle Stückeln spielt

Energieversorgung, Einrichtung und Entsorgung entsprechen dem modernsten Stand der Technik. Manche mokieren sich über die Architektur, die von anderen wieder über den grünen Klee gelobt wird. Jedenfalls ist das neue Schutzhaus !ein superbes Bauwerk und! für die Bergsteiger besonders wichtig, denn Besteigungen des Hochschwabs und Rückkehr ins Tal sind lang und strapaziös und an einem Tag nur mit viel Mühe zu bewältigen.

Zum Sonnenaufgang

auf den Gipfel

Bei einer Hochschwabtour übernachtet man am besten im Schiestlhaus, was zudem den Vorteil hat, dass der Gipfel in nicht einmal einer halben Stunde zu erreichen ist und man dort den Sonnenaufgang erleben kann.

Die Sicht vom höchsten Punkt gehört auch zu den Superlativen: Sie reicht vom Hegerberg im Osten bis zu den Hohen Tauern mit Hochalmspitze und Großvenediger im Westen, von den Steiner Alpen und Karawanken im Süden bis zur Lindaumauer im Norden. Im Schutzhaus kann man ein von Julius Ritter von Siegl (1840-1911) gezeichnetes und mit moderner Beschriftung versehenes Panorama kaufen, das beim "Ansprechen" der vielen, vielen Gipfel rundum gute Dienste leistet.

Auf dem rund 40 km langen und 15 km breiten Kalkmassiv sind Steinadler und Steinbock zu Hause, Gämsen treten meist in ganzen Rudeln auf. Dazu gesellt sich eine intakte Pflanzenwelt. Große Teile des Berges sind Wasserschutzgebiet für die Zweite Wiener Hochquellenleitung.

Der Hochschwab stellt an den Bergwanderer große Anforderungen punkto Kondition, für das G'hackte ist Trittsicherheit erforderlich. Bei unsicherem Wetter ist die Tour zu unterlassen, denn auf dem Hochplateau kann man sich – trotz guter Markierungen und Beschilderung – leicht verirren. Auch die Ausrüstung sollte keine Mängel aufweisen.

Die Route: Vom Gasthof Bodenbauer – erreichbar von Thörl bei Aflenz – steigt man durch das Trawiestal an und gelangt nach der Trawiesalm in hochalpines Terrain. Über das G'hackte erreicht man auf Leitern und Treppen die Hochfläche mit der Fleischer- Biwakschachtel. Es folgt ein steileres Stück zum Gipfel. Gehzeit 4 Stunden. Nicht einmal eine halbe Stunde braucht man im Abstieg zum Schiestlhaus. Nun steigt man über den Graf-Meran-Steig in die Obere Dullwitz ab, hält sich dort rechts und wandert über den Trawiessattel zur Anstiegsroute, auf der man zum Ausgangspunkt Bodenbauer zurückkehrt. Alles rot markiert. Gehzeit ab Schiestlhaus 3 bis 3½ Stunden.

Von Bernd Orfer

Gesamtgehzeit 7 bis 7½ Stunden, Höhendifferenz rund 1600 m. Schiestlhaus von Anfang Mai bis Ende Oktober bewirtschaftet. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 102 (Aflenz)
  • Das Schiestlhaus, das höchstgelegene Passivhaus
    pa/pos architekten

    Das Schiestlhaus, das höchstgelegene Passivhaus

  • Artikelbild
    grafik: der standard
    Share if you care.