Echinacea - Der Sonnenhut

3. Oktober 2006, 16:56
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Ob zum Lutschen, als Globoli oder Kapsel - Echinacea ist seit ein paar Jahren in aller Munde und stärkt die Abwehrkräfte bei kaltem Wetter

Stammpflanze
Echinacea purpurea (L.), Sonnenhut

Therapeutisch relevante Wirkungen

Preßsaft, Kraut- und Wurzelextrakte unterscheiden sich kaum in ihren Wirkungen. Die Immunstimulation ist auf die Polysaccharide, Cichoriensäure und die Alkamide zurückzuführen. Wirkung auf Immunparameter

Bei Patienten

Nach i.v. Injektion kam es zu einer Erhöhung der Leukozyten- und Granulozytenzahl. Die Proliferation von Lymphozyten wird nicht beeinflußt. Sowohl Preßsaft als auch Extrakte zeigten in Therapiestudien (rezidivierende Candidiasis, grippale Infekte) im Vergleich zur Placebogruppe signifikante Verbesserungen der klinischen Symptome.

Klinische Wirksamkeit

Erkältungskrankheiten: Wenn die Behandlung mit Echinacea frühzeitig einsetzt, entwickelt sich das Vollbild einer Erkältung seltener; falls die Erkrankung dennoch ausbricht, bessern sich die Symptome bereits nach 4 Tagen. Echinacea in Kombination mit Färberhülsenwurzel und Thujenkraut ist beim Indikationsgebiet "akute virale Atemwegsinfekte" gegenüber Placebokontrolle therapeutisch signifikant überlegen.

Studien

Obwohl zahlreiche Studien mit Echinaceapräparaten durchgeführt wurden, wird die Datenlage als unzureichend eingestuft, um die Wirksamkeit wissenschaftlich schlüssig zu beweisen. Allerdings können die Ergebnisse der Untersuchungen als deutlicher Hinweis auf eine Wirksamkeit interpretiert werden.

Weitere Wirkungen

Förderung der Wundheilung: Da ein ethanolisches Extrakt in vitro einen Einfluß auf die Kollagenvernetzung zeigte, wird ein positiver Einfluß auf die Wundheilung postuliert.

Unerwünschte Wirkungen

Selten. Bei parenteraler Anwendung ist, wie bei allen Immunstimulantien, mit einer Verschlechterung von Autoimmunkrankheiten zu rechnen. Vorsicht bei Neigung zu Allergien (besonders gegen andere Korbblütler).

Indikationen

Wissenschaftlich belegt
Innerlich: unterstützende Behandlung rezidivierender Infekte (besonders im Bereich der Atemwege und der ableitenden Harnwege). Äußerlich: schlecht heilende Wunden.

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl Phenol-carbonsäuren Polysaccharide

Echinacea-pallida-Wurzel

Ätherisches Öl: 0,2-2 %. Kaffeesäurederivate: ca. 1 %, z. B. Echinacosid. Ketoalkane Polysaccharide Echinacea-purpurea-Kraut: Ätherisches Öl: 0,08-0,3 %. Kaffeesäurederivate: ca. 1-3 %, z. B. Cichoriensäure. Alkamide Polysaccharide

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Phytokodex

von Univ.-Prof. Dr. Reinhard Länger, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kubelka

  • Artikelbild
    foto: institut für pharmakognosie, universität wien
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