Panasonic Austria schaffte 2005 den Turnaround

22. Juni 2006, 17:23
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Nach Personalabbau wieder in der Gewinnzone - Umsatz stabil bei knapp 57 Millionen Euro

Wien - Die österreichische Niederlassung des japanischen Elektronikkonzerns Matsushita Electric, Hersteller von Produkten der Marke Panasonic, schreibt nach einer massiven Umstrukturierung wieder schwarze Zahlen. Nach Verlusten wurde 2004 die Reißleine gezogen, seit dem Vorjahr ist das Unternehmen wieder in der Gewinnzone, erklärte Panasonic Austria-Sprecher Philipp Breitenecker. Der Umsatz liegt laut den Angaben stabil bei knapp 57 Mio. Euro.

Im Jahr 2004 habe die Matsushita-Führung die Devise ausgegeben, dass keine Niederlassung rote Zahlen schreiben dürfe. Daher sei die Panasonic Austria Handels GmbH aufgelöst und in die Panasonic Europe GmbH integriert worden. Durch völlig neue Strukturen - unter anderem wurden die Verträge mit den Händlern geändert, die EDV ausgelagert und Personal abgebaut - habe der Panasonic Austria-Verantwortliche Helmut Kuster 2005 den Turnaround geschafft. Die Mitarbeiterzahl sei dadurch von 60 auf aktuell 25 gesunken, so Breitenecker.

Marktführer bei Plasma-TV und DVD-Recordern

Änderungen habe es auch beim Branding gegeben: "Matsushita ist in Asien sehr bekannt, aber nicht in Europa. Deshalb wurden unsere Produkte sukzessive auf die Marke Panasonic umgestellt", erklärte Breitenecker. Im Geschäftsjahr 2005/2006 (per 31. März) habe man knapp 57 Mio. Euro umgesetzt, für heuer zeichne sich durch eine starke Nachfrage bei Flachbildschirmen und Digitalkameras ein leichtes Plus ab. Bei Plasmafernsehern und DVD-Recordern sei man inzwischen Marktführer in Österreich. Die Bedeutung der Fußball-WM für Absatzsteigerungen bei Elektronikprodukten hält Breitenecker für übertrieben: "Wir merken zwar ein höheres Interesse der Konsumenten, aber alles auf die WM zurückzuführen, ist übertrieben. Da wird ein riesiger Hype inszeniert."

Bei Panasonic-Handys habe es einen "Riesen-Durchhänger" gegeben, weswegen am europäischen Markt zurzeit keine Aktivitäten gesetzt würden. Gespräche mit Netzbetreibern hätten zu lange gedauert und seien letztendlich nicht vom erwarteten Erfolg gekrönt worden. Panasonic habe die Entwicklung inzwischen rein auf UMTS-Mobiltelefone ausgerichtet und wolle die Kosten durch eine Kooperation mit dem japanischen Elektronikkonzern NEC reduzieren. Der Bereich Notebooks entwickle sich gut, allerdings würden die mobilen Rechner hauptsächlich blockweise in größeren Stückzahlen verkauft - etwa an den ÖAMTC.

Die Panasonic Eastern Europe hat ihren Sitz zwar ebenfalls in Wien, sogar im selben Haus wie die österreichische Vertriebsniederlassung, ist aber als eigene Gesellschaft für die Aktivitäten auf den osteuropäischen Märkten verantwortlich. (APA)

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