Das Howe-Firmengeflecht und Alejandro Hom-Rusch

6. Juni 2000, 19:27

Bank Burgenland zittert bei Howe um Gewinn von vier Jahren

Wien - Im Ernstfall verliere die Bank Burgenland laut einem Bericht in der Mittwoch-Ausgabe des "Kurier" aus dem Howe-Risiko 800 Mill. S (58 Mill. Euro), das wäre der Gewinn von vier Jahren. Die Kreditpolitik der Bank sei noch vor Ausbruch der Howe-Katastrophe von der Bankenaufsicht kritisiert worden. Die Zeitung bringt Auszüge aus dem umfangreichen Firmengeflecht der Howe-Baugruppe und aus dem Leben der Hauptfigur Galterio Alejandro Hom-Rusch.

Markt Allhau im Südburgenland sei das Zentrum von Hom-Ruschs unternehmerischem Wirken: Die Allhauer Holzwerke, die BV Beteiligungs- und VerwaltungsgesmbH., die Hausbau GesmbH., die Howe Grundstücksverwertungs GesmbH., die HWL Leasing, Lencia und Wohnpark Stammersdorf GesmbH. sitzen in dem kleinen Ort. Sie haben eines gemeinsam: Alejandro Hom-Rusch ist überall Geschäftsführer und laut "Kurier" offenbar zeichnungsberechtigt.

Die österreichischen Firmen dürften aber gar nicht die Hauptsache sein: In Deutschland solle die Howe Bau an einer Gothaer Hochbau zu 90 Prozent beteiligt sein. Auch der Fertigteilproduzent Kampa aus Minden komme da ins Spiel. Vor vier Jahren hatte sich Howe (vergeblich) um die österreichische Hazet-Bau bemüht.

Die Zeitung zitiert Geschäftsinsider, nach deren Angaben Hom-Rusch in Österreich möglichst gut dastehen wollte, um in Deutschland Kapitalpartner akquirieren zu können. So solle auch eine deutsche Firma "Wohn & Grund" an der Howe Bau AG beteiligt sein. Was die Sicherheiten der Howe Bau wert sind, werden erst Prüfungen von Wirtschaftstreuhändern ergeben.

Die Howe Bau AG macht nach eigenen Angaben mehr als 800 Mill. S Umsatz. Eine der größten Baustellen der Howe-Gruppe ist der Europa-Firmensitz von Magna in Oberwaltersdorf. In Perchtoldsdorf bestehe eine Gastro Projekt.

Aufsichtsrats-Vorsitzender der Howe ist Manfred Rogg. Im Kontrollgremium sitzen noch Hans Wolfgang Freiherr von Pfetten-Arnbach, Prof. Dr. Emanuel Sustek und Ernst Heinrich Schneider. Neben Hom-Rusch und Zauner ist noch Wolfgang Dreiseitl im Howe-Vorstand, um sich um den Bau zu kümmern.

Die Aktien der Leitgesellschaft Howe Bau AG sollen sich - so gab das Unternehmen dem Gläubigerschutzverband KSV 1870 bekannt - bei Privat- und Firmenpersonen aus dem In- und Ausland befinden.

Kontrolliert wird die vor allem im Burgenland beheimatete Gruppe von Galterio Alejandro Hom-Rusch. Anfang der 90er-Jahre trat der heute 53Jährige als Sponsor der Fußballvereine Rapid und Admira auf. Damals hatte er nach Zeitungsberichten angeblich einen bolivianischen Pass, heute soll er laut "Kurier" österreichischer und paraguayanischer Staatsbürger sein. Hom-Rusch selbst war heute weder für den "Kurier" noch auf APA-Anfrage zu Stellungnahmen zu seinen Firmenverhältnissen bereit.

Vor neun Jahren jedenfalls war Hom-Rusch auch in der Sportwelt ein Gesprächsthema, weil er - offiziell als Generalimporteur für Kampa-Fertigteilhäuser die Dressen von Rapid und Admira mit diesem Emblem verzierte. Laut "Kurier" nicht zu jedermanns Freude, denn Rapid klagte 1993 ausständige Sponsorgelder in Millionenhöhe. Hom-Rusch saß auch im Rapid-Aufsichtsrat. Dafür saß Skender Fani dann einige Zeit im Howe-Aufsichtsrat. (APA)

Share if you care.