21. Juni 2006, 15:43
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Der Rechtsstreit zwischen VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech (69) und dem Magazin "WirtschaftsWoche" über die modischen Vorlieben des Managers bei Krawatten und die Darstellung seines Charakters geht in eine weitere Runde. Bei einem Verhandlungstermin am Freitag vor dem Hamburger Landgericht einigten sich beide Seiten darauf, den Prozess am 8. September fortzusetzen.

Piech fordert von der "WirtschaftsWoche" den Widerruf von 20 Behauptungen aus einem Bericht des Magazins vom Oktober 2005. Der Automanager bestreitet unter anderem, bevorzugt "grelle Krawatten mit Jagdmotiven" zu tragen, die genaue Zahl seiner Kinder nicht zu kennen und um sein Lebenswerk zu fürchten.

"Ich, ich, ich"

Auslöser des Streits, der Gerichte in Hamburg und Düsseldorf seit Monaten beschäftigt, ist ein Piech-Porträt des Blattes unter der Überschrift "Ich, ich, ich". Im Februar war der VW-Manager vor dem Hamburger Landgericht im "Krawattenstreit" zunächst unterlegen, hatte sich aber in den anderen Punkten weitgehend durchgesetzt.

Das Porträt zeichne insgesamt "ein nicht sehr positives Charakterbild" von Piech, sagte der Richter der Hamburger Pressekammer am Freitag. Das Magazin stelle "innere Tatsachenbehauptungen" auf. "Das ist an der Grenze", meinte der Richter. Der Anwalt der Verlagsgruppe Handelsblatt, in der die "WirtschaftsWoche" erscheint, wies den Vorwurf zurück. "Solche Charakterbewertungen fallen in den Bereich der freien Meinungsäußerung", entgegnete er. (APA)

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