Anspruch auf künstliche Befruchtung in Dänemark

2. Juni 2006, 14:11
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Parlamentarischer Beschluss gilt für Lesben und alleinstehende Frauen

Kopenhagen - Frauen in lesbischen Beziehungen sowie allein stehende Frauen bekommen in Dänemark einen Anspruch auf künstliche Befruchtung in öffentlichen Krankenhäusern. Dies galt bisher nur für heterosexuelle Frauen in einer Paarbeziehung. Das Kopenhagener Folketing gab am Freitag nach jahrelangem und von starken Emotionen geprägten Tauziehen mit 86 gegen 61 Stimmen bei 21 Enthaltungen grünes Licht für die Neuregelung. Sie war vor allem innerhalb der bürgerlichen Regierung von Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen bis zuletzt heftig umstritten.

Gegner der Neuregelung in Dänemark hatten vor allem geltend gemacht, dass mit dem neuen Anspruch der "natürliche Anspruch" von Kindern auf einen Vater unterlaufen werde. Innerhalb der Minderheitsregierung war Rasmussens rechtsliberale Partei "Venstre" bei der Abstimmung gespalten, während die Konservativen geschlossen gegen die Neuregelung stimmten, die Gesundheitsminister Lars Lökke Rasmussen selbst eingebracht hatte.

Alle Oppositionsparteien vom linken Parlamentsflügel stimmten für den auf Homosexuelle und Alleinstehende erweiterten Anspruch auf Befruchtung. Unter anderem der Fraktionschef der Rechtsliberalen, Jens Rohde, schloss sich dieser Seite mit der Begründung an, dass Homosexualität nicht der freien Wahl von Menschen entspringe und deshalb gesetzlich nicht schlechter gestellt werden dürfe als Heterosexualität. (APA/dpa)

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