Gehrer: "Ich kann nichts ausschließen"

6. Juni 2000, 20:41

In der Schulpolitik scheint noch Sprengstoff verborgen zu sein

Wien - In der Schulpolitik scheint noch Sprengstoff verborgen zu sein. So schlägt FP- Klubchef Peter Westenthaler vor, die Lehrverpflichtung um eine Stunde zu erhöhen. der Standard fragte dazu Bildungsministerin Elisabeth Gehrer. "Ich kann nichts ausschließen", antwortet sie. Derzeit beschäftige sich eine Arbeitsgruppe mit Lehrerarbeitszeit und -belastung. Deren Endbericht im Herbst möchte Gehrer abwarten.

Die Ministerin ist stolz, bei der Lehrerschaft kein Personal einsparen zu müssen. Dafür soll es aber "kostendämpfende Strukturmaßnahmen" geben. Beispielsweise die "Jahresdurchrechnung" von Überstunden. Wird dies bei Beamten eingeführt, gibt es auch für Lehrer keine Extrabehandlung, kündigt die Ministerin an. Bei den Pädagogen gilt derzeit: Überstunden, die (etwa durch Wandertage) entfallen, müssen in derselben Woche eingearbeitet werden - allerdings nur bei Bedarf. Bezahlt werden sie auf jeden Fall. Gehrer will insgesamt "die Überstunden besser in den Griff kriegen". Es gehe nicht an, dass sogar Freigegenstände suppliert werden.

Finanzausgleichsverhandlungen

Zweiter großer Brocken sind die Finanzausgleichsverhandlungen. Derzeit zahlt der Bund die Landeslehrer (wobei immer vermutet wird, dass leichtfertig Posten geschaffen werden, weil ohnehin das ferne Wien blecht). Künftig sollen die Länder besser kontrollieren. Mit Pauschalbeträgen pro Schüler könnte dem regionalen Kostenbewusstsein auf die Sprünge geholfen werden.

Vorruhestand

Gleichzeitig sollen sich möglichst viele Lehrer in den Vorruhestand verabschieden, wünscht sich Gehrer. Ein Widerspruch zum Regierungswunsch, das Pensionsalter zu heben? "Das ist kostenneutral", verteidigt sie sich. Jüngere, billigere Lehrer, die auf den Wartelisten stehen, bekommen einen Arbeitsplatz.

Wenn das Budget saniert sei, müsse man sich auf ein neues Lehrergehalt einigen: mehr Geld am Anfang, später geringere Steigerungen. (Martina Salomon)

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