ORF rüstet für Fußball-WM

14. Juni 2006, 22:30
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ORF will Bundesliga zurück: "Jederzeit bereit in Bieterverfahren einzusteigen" - Österreich zumindest fernsehtechnisch für WM gut gerüstet

Auch wenn Österreich an der Fußball-Weltmeisterschaft nicht teilnimmt, sind die Österreicher live dabei: Als einziger Free-TV-Sender im deutschsprachigen Raum überträgt der ORF alle 64 WM-Spiele live - insgesamt mehr als 9.300 Minuten. Einen Vorgeschmack darauf, was eingefleischte Fußballfans in den kommenden vier Wochen erwartet, gaben ORF-Informationsdirektor Gerhard Draxler und Sportchef Elmar Oberhauser am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Neben den Live-Spielen zeigt der Österreichische Rundfunk auch das tägliche "WM-Studio", Highlights und diverse Rubriken, u.a. mit Toni Polster, der den Zuschauern "sein" Deutschland zeigt. Die Match-Analysen kommen vom ständigen ORF-Fußballanalytiker Herbert Prohaska, der bei einigen Nachmittagsspielen Rückenstärkung von ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger bekommt.

Eigenes Studio in München

Um noch näher am Geschehen zu sein, ist der ORF in einem eigenen Studio in München untergebracht. Pünktlich zum Endspiel übersiedelt das Studio dann nach Berlin. Erstmals in ihrer Geschichte kooperiert die ORF-Sportredaktion auch sehr eng mit den beiden öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehanstalten. So hat der Österreichische Rundfunk uneingeschränkten Zugriff auf alle Beiträge und Interviews von ARD und ZDF.

Der Fußball-WM-Tag beginnt, für so manchen arbeitenden Menschen problematisch, bei den Gruppenspielen um 14.30 Uhr mit einem Countdown und dem Spiel. Weiter geht es um 17.30 Uhr mit dem nächsten Spiel samt Countdown. In der Prime Time um 20.15 Uhr zeigt ORF 1 das "WM-Studio" und um 20.50 Uhr das letzte Spiel des Tages. Um 23.00 Uhr gibt es eine Zusammenfassung der Highlights. Ab 19. Juni werden die Beginnzeiten modifiziert, weil die letzten Gruppenspiele parallel (Anpfiff 16.00 bzw. 21.00 Uhr) stattfinden.

Kosten für WM-Übertragung liegen bei einem "niedrigen zweistelligen Millionenbetrag"

Die Kosten für die WM-Übertragung liegen bei einem "niedrigen zweistelligen Millionenbetrag", so Oberhauser. Im Vergleich zu dem, was die UEFA für die Rechte an der Europameisterschaft 2008 haben will, sei das ein "sehr vernünftiger Preis".

Österreich rüste sich mit dieser Übertragung auch für die kommende EM 2008 im eigenen Land, sagte Draxler. Während der ORF mit der Ausstrahlung der WM volles Programm fährt, bedauerte der Informationsdirektor den "einzigen Wermutstropfen" in der Fußballberichterstattung: Den Verlust der Übertragungsrechte an der Bundesliga an Premiere und ATV+. Draxler kündigte an, zu versuchen, die Rechte zurückzubekommen: "Der ORF ist jederzeit bereit, in ein Bieterverfahren einzusteigen, wenn die Lizenz wieder am Markt ist." (APA)

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