US-Geheimdienstkoordinator: Iran könnte bis 2010 Atomwaffen haben

8. Juni 2006, 14:00
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Negroponte: "Iran ist Hauptsponsor von Terrorismus" - Peking sichert Teheran Bemühen um diplomatische Lösung zu

London/Peking - Der Iran könnte nach Ansicht des Nationalen Geheimdienstkoordinators der USA, John Negroponte, spätestens bis zum Jahr 2010 über Atomwaffen verfügen. Teheran scheine fest entschlossen zu sein, Nuklearwaffen zu entwickeln, sagte Negroponte am Freitag in einem Interview mit dem britischen Rundfunksender BBC.

"Iran ist Hauptsponsor von Terrorismus"

"Nach unseren Schätzungen könnten sie zwischen Anfang und Mitte des nächsten Jahrzehnts in der Lage sein, über Nuklearwaffen zu verfügen." Dies sei Anlass zu großer Sorge, fügte Negroponte hinzu. Der Iran sei unter allen Staaten der "Hauptsponsor von Terrorismus in der Welt". Negroponte hob hervor, die US-Geheimdienste hätten ihre Gefahrenanalyse seit den Fehlern bei der Einschätzung der Waffenfähigkeit des Irak deutlich verbessert.

Zu der am Donnerstag getroffenen Einigung der fünf Vetomächte im UNO-Sicherheitsrat und Deutschlands auf eine gemeinsame Haltung im Atomstreit und einem neuen Angebot an Teheran sagte der Geheimdienstkoordinator, diesbezüglich müsse nun die Reaktion des Iran abgewartet werden.

Peking sicherte Teheran unterdessen in dem Streit sein Bemühen um eine diplomatische Lösung zu. China unternehme alles, um eine Lösung durch diplomatische Verhandlungen zu erreichen, sagte Außenminister Li Zhaoxing nach einem Bericht der chinesischen staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua in einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Manouchehr Mottaki.

Das EU-Trio aus Großbritannien, Deutschland und Frankreich hatte sich am Donnerstagabend nach Verhandlungen in Wien zur Wiederaufnahme von Gesprächen bereit erklärt, sollte der Iran alle Aktivitäten in Zusammenhang mit der Urananreicherung und der Wiederaufbereitung aussetzen. Mit den USA, Russland und China einigten sich darauf, das Sicherheitsratsverfahren zu stoppen, sollte der Iran auf die Urananreicherung verzichten. Ansonsten drohten sie "weitere Schritte" an. Teheran hält bisher an der Urananreicherung fest. (APA/Reuters)

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