VP-Feldmann will Prostitution legalisieren

2. Juni 2006, 11:22
5 Postings

ÖVP-Frauensprecherin fordert Anerkennung als Gewerbe, Sozialversicherung, Bordellgesetz und freie ÄrztInnen-Wahl

Wien - "Die Prostitution muss raus aus der Illegalität hin zur Legalität, durch die Transparenz und somit mehr Sicherheit geschaffen werden kann. Es bedarf daher einer gesetzlichen Legitimation durch Anerkennung der Prostitution als offizielles Gewerbe, das den Betroffenen auch ein Recht auf Inanspruchnahme sozialversicherungsrechtlicher Leistungen sichert. Ebenso ein Bordellgesetz, wie es andere Bundesländern auch haben", fordert LAbg. Barbara Feldmann, Frauensprecherin der ÖVP Wien, anlässlich des internationalen 'Hurentages' am 2. Juni.

Entkriminalisierung

Für die VP-Frauensprecherin ist es wichtig, dass die Frauen nicht im "sozialen und kriminellen Untergrund" agieren müssen. Schon seit Jahren fordert die ÖVP Wien ein Bordellgesetz, das die rechtliche Situation hinsichtlich der Lokalitäten zur Ausübung des Gewerbes der Prostitution regelt. Damit wäre das Problem des Straßenstrichs, verbunden mit "Belästigungen" Unbeteiligter in den Griff zu bekommen. Auch die Situation für die betroffenen Prostituierten selbst wäre damit erheblich verbessert. "Verbote bringen hier auf Dauer keinen Erfolg, sondern schaffen nur schwer zu überblickende Subkulturen. Auch wird dieses Gewerbe, das nun einmal Realität ist, in die Kriminalität gedrängt. Die einzige Lösung dagegen ist eine gesetzliche Legitimation", so Feldmann weiter.

Hemmschwellen abbauen

Ein weiteres Anliegen ist der VP-Frauensprecherin die freie ÄrztInnenwahl für Prostituierte, für die sich die ÖVP Wien ebenfalls schon seit langem einsetzt. "Für viele Frauen ist der Gang zum Amtsarzt in der Neutorgasse eine große Hemmschwelle. Um dennoch regelmäßige gesundheitliche Checks zu garantieren, wäre es wichtig, dass sich die Frauen an einen Arzt ihres Vertrauens wenden können."

"Prostitution gab es immer und wird es immer geben. Lediglich in Wien will man das nicht wahrhaben. Anerkennung und klare gesetzliche Regelungen, statt im Graubereich der Kriminalität", subsummiert Feldmann ihre Forderungen. (red)

Share if you care.