Kritik an geringer Aktien-Zuteilung

21. Juli 2006, 08:46
6 Postings

Fulminantes Börsedebüt, großer Ärger: Österreichische Anleger beklagen zu geringe Zuteilung, zwei Drittel der "gelben Aktien" wurden an ausländische Investoren verkauft

Wien - Österreichische Anleger beschweren sich über die ihrer Meinung nach zu geringe Zuteilung bei den Aktien der Post AG, die diese Woche an der Börse gestartet ist. Kritik kommt laut "WirtschaftsBlatt" sowohl von Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger als auch vom Manager eines Publikumsfonds. Der Andrang auf das Papier war groß, das Papier war siebenfach überzeichnet gewesen.

Wie berichtet wurden zwei Drittel der "gelben Aktien" an ausländische Investoren verkauft, ein Drittel fiel an inländische Investoren.

Kritik an Werbeausgaben

"Da wurde wieder versucht, den Leuten ein Papier nahezubringen mit Parolen wie ,Die Post geht für alle ab' oder ,Die Post bringt allen was', und diese Zuteilung ruft einfach unnötigen Ärger hervor", ärgert sich Rasinger im "WirtschaftsBlatt". Man müsse sich fragen, warum bei einer solchen Zuteilung so viel Geld in Werbung und Marketingaktivitäten in Österreich gesteckt worden sei.

"Es gibt immer wieder Wünsche, letzthin auch von Seiten des neuen Börsevorstandes Heinrich Schaller, die österreichischen Fondsmanager mögen doch mehr österreichische Aktien kaufen", sagt der Fondschef der 3 Banken-Generali, Alfred Wögerbauer. Da sei es befremdend, wenn man bei der Zuteilung "Wege geht, die diesem Wunsch in keinster Weise entsprechen". Im Fall des Post-Börseganges seien vorwiegend die Fondsmanager von Goldman Sachs, dem Leadmanager beim Börsegang, Merrill Lynch und anderen internationalen Banken zum Zuge gekommen.

Doch auch internationale Investoren dürften nicht ausreichend bedient worden sein. Marktbeobachter hatten den starken Kursanstieg am ersten Tag damit begründet, dass Institutionelle eine zu geringe oder gar keine Zuteilung bekommen hätten und "jetzt wohl über die Börse kaufen müssen". (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.