Gentherapie: Deutsche Forscher empfehlen Langzeitstudien bei Tieren

2. Juni 2006, 15:44
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IL2RG-Gen hat krebsfördernde Eigenschaften - drei Kinder an Leukämie erkrankt

Heidelberg - Vor der Behandlung von Menschen per Gentherapie sollten die Verfahren an Versuchstieren mit einer langen Beobachtungszeit getestet werden. Nur so lassen sich Spätfolgen der Therapie abschätzen, wie eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums zeigt.

Die Forscher überprüften das Verfahren, mit dem ab dem Jahr 1999 in Frankreich 27 Kinder mit der angeborenen Immunschwäche X-SCID behandelt wurden. Die Behandlung wurde 2003 abgebrochen, weil drei der behandelten Kinder an Leukämie erkrankten. Die Heidelberger Forscher zeigten nun, dass das so genannte IL2RG-Gen, das den Kindern übertragen worden war, krebsfördernde Eigenschaften hat.

Die Wissenschafter beobachteten Mäuse nach einer IL2RG-Gentherapie über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren. In dieser Zeit erkrankte rund ein Drittel der Tiere an Lymphdrüsenkrebs. Früher wurden Mäuse im Vorfeld von Therapiestudien nach Angaben des Krebsforschungszentrums nur über sechs Monate beobachtet. (APA/AP)

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