Zeitalter der klassischen Viren vorbei

19. Jänner 2007, 13:03
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Polymorphe Trojanervarianten richten umso größere Schäden an - Handy-Malware im Kommen

Der Malware-Spezialist Kaspersky Lab hat am Donnerstag seine monatliche Viren-Top-20 präsentiert. Gegenüber den Vormonaten zeigt sich dabei wenig Veränderung an der Spitze der Tabelle. Als unangefochtener Spitzenreiter konnte sich erneut die Malware-Variante Mytob.c behaupten, die zusammen mit NetSky und LovGate in diversen Ausprägungen die Top 10 beherrscht. Das derzeitige Ausbleiben von Malware-Epidemien sowie das Abflauen von klassischen Virenattacken bewerten die Kaspersky-Experten als trügerische Ruhe.

Problematik

"Auch ohne das Auftreten von großen Epidemien haben wir es angesichts der anhaltend hohen Malware-Bedrohungen mit einem konstant problematischen Bereich zu tun", dämpft Malware-Experte Magnus Kalkuhl von Kaspersky Lab im Gespräch mit pressetext allzu große Hoffnungen. "Man kann zwar sagen, dass die klassischen Viren, die Rechnerdateien befallen und zerstören, zunehmend an Bedeutung verlieren. Gleichzeitig wächst durch trickreiche Trojanervarianten, die in der Lage sind, ganze Computer zu kapern oder Bankkonten auszuräumen aber die individuelle Bedrohung", erklärt Kalkuhl. Durch einen Virus beschädigte Dateien würden sich durch entsprechende Backup-Maßnahmen wiederherstellen lassen. Ein professioneller und gezielter Passwort-Klau beispielsweise im Bereich Online-Banking zeige da weitaus verheerendere Wirkung, so Kalkuhl.

Trends

Als derzeitiger Trend im Bereich Malware macht sich Kaspersky zufolge verstärkt der Einsatz von polymorphen Technologien bemerkbar. Polymorphe Malware-Varianten verändern Teile ihres Schadcodes automatisch und sehr schnell. Die dadurch entstehenden multiplen Varianten weisen unterschiedliche Signaturen auf, was es für Antivirus-Programme schwieriger macht, den Schädling zu erkennen. Bis zum Ende dieses Jahres gehen die Experten auch erstmals von einem nennenswerten Auftreten von mobilen Viren und Malware aus. "In Deutschland sind wir mit diesem Problem bisher nur wenig konfrontiert gewesen. Ein Blick nach Russland zeigt, dass Malware auf Mobiltelefonen schon sehr bald zur Realität werden kann", so Kalkuhl. (pte)

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