Telekom Srpske vor Teilverkauf

22. Juni 2006, 14:37
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Regierung in Bosnien will 80 Prozent verkaufen, Telekoms aus Österreich, Deutschland, Serbien, Frankreich und Russland sind interessiert

Banja Luka - Die Regierung der bosnischen Serben in Banja Luka hat am Donnerstag Abend den Verkauf von 80 Prozent des Telekomunternehmens Telekom Srpske beschlossen und erwartet dafür einen Erlös von mindestens 450 Millionen Euro, berichten lokale Medien. Unter den Interessenten seien neben der Telekom Srbije (Serbien) auch die Telekom Austria, die Deutsche Telekom sowie französische, russische und ungarische Telekombetreiber, wird Regierungschef Milorad Dodik von der Tageszeitung "Nezavisne novine" zitiert.

Zum Verkauf gelangen demnach die im Eigentum der Republika Srpska befindlichen 65 Prozent an der Telekom Srpske sowie die fünf Prozent des staatlichen Restitutionsfonds und zehn Prozent, die der Pensionsfonds PIO hält. Die endgültige Entscheidung über die Privatisierung liegt nun beim Parlament in Banja Luka.

Bedingungen

Die von der Regierung beschlossenen Bedingungen der Privatisierung sehen vor, dass der Käufer im ersten Jahr nach der Übernahme 50 Millionen Euro in das Unternehmen investieren muss. Darüber hinaus muss sich der Käufer u.a. verpflichten, sich fünf Jahre lang an den Kollektivvertrag mit der Gewerkschaft zu halten und den Firmensitz des Unternehmens in Banja Luka zu belassen.

Zur Teilnahme an dem Privatisierungsverfahren sind Unternehmen berechtigt, die im Geschäftsjahr 2005 über 500 Mio. Euro Umsatz erwirtschaftet und die mindestens 800.000 Festnetz- und 1,5 Millionen Mobilfunk-Kunden haben. Das würde nahelegen, dass in diesem Fall nicht die Mobilkom Austria, sondern die Telekom-Austria-Gruppe das Angebot legen müsste, die einen Einstieg in Bosnien als ein deklariertes Ziel formuliert hat. (APA)

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