UNO will tausende wilde Vögel einfangen - und mit "Rucksäcken" frei lassen

2. Juni 2006, 09:36
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Die Migration von Wildvögeln soll angesichts von Vogelgrippe erforscht werden

Rom - Die Vereinten Nationen wollen mit einem groß angelegten Projekt künftig die Migration von Wildvögeln erforschen. Dies sei wichtig, um neue Erkenntnisse über die Ausbreitung der Vogelgrippe zu gewinnen, teilte die UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) am Donnerstag in Rom mit. Im Zuge des 6,8 Millionen Dollar (5,34 Mio. Euro) teuren Programms sollen tausende wilde Vögel eingefangen werden, bevor sie ihre jährliche Reise antreten.

Zunächst soll geprüft werden, ob die Tiere mit dem aggressiven Virus H5N1 infiziert sind. Anschließend werden auf dem Rücken der Vögel ultraleichte "Rucksäcke" mit Messgeräten angebracht, die weniger als 50 Gramm wiegen. Anhand von Fernmessung und Satellitensystemen könne so der Migrationsweg der Vögel verfolgt werden. "Was wir bisher haben, ist ein Schnappschuss. Wir müssen den ganzen Film sehen", erklärte FAO-Chefveterinär Joseph Domenech. Durch die Überwachung könne ein "riesiges Loch" in der wissenschaftlichen Forschung gefüllt werden, hieß es.

Erst in den vergangenen Tagen hatten einander rund 300 Wissenschafter aus 100 Ländern zu einer Vogelgrippe-Konferenz am Sitz der FAO in Rom getroffen. Die Experten erklärten, dass Wildvögel beim Transport des Virus über große Entfernungen eine Rolle spielen, aber dass Geflügelhandel der Hauptgrund für die Ausbreitung der Krankheit sei. (APA/dpa)

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