Ölpest: Exxon soll zahlen

13. Juni 2006, 11:27
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17 Jahre nach dem schweren Tankerunglück der "Exxon Valdez" vor der kanadischen Küste fordert die US-Regierung weitere 92 Millionen Dollar Schadenersatz für Umweltschäden

Anchorage - Der US-Ölkonzern Exxon Mobil soll weitere 92 Millionen Dollar (72,2 Mio. Euro) für die Beseitigung von Umweltschäden, die durch das Tankerunglück der "Exxon Valdez" entstanden waren, bezahlen. Diese Summe fordern die US-Bundesregierung und die Behörden des Staates Alaska.

Untersuchungen in den vergangenen fünf Jahren hätten ergeben, dass in dem Unglücksgebiet im Prinz-William-Sund immer noch Ölreste von der "Exxon Valdez" vorhanden seien, hieß es in einer am Donnerstag verbreiteten Erklärung. Dies verringere die Überlebenschancen einiger dort lebender Meerestiere und beeinträchtige die Fischereiwirtschaft in der Region.

Die "Exxon Valdez" war am 23. März 1989 nur drei Stunden nach dem Auslaufen im Prince-William-Sund auf Grund gelaufen. Aus acht der elf Tanks traten insgesamt fast 41 Millionen Liter Öl aus und vergifteten die Küste auf einer Länge von etwa 2.000 Kilometern. Rund 250.000 Seevögel und Meerestiere fielen der Ölpest zum Opfer.

Hunderte Studien

Exxon Mobil hat bereits 900 Millionen Dollar für die Beseitigung der Umweltschäden bezahlt. Eine Klausel in der damaligen Vereinbarung sieht jedoch vor, dass die Behörden in einem Zeitraum von 2002 bis 2006 weitere 100 Millionen Dollar geltend machen können. Sie müssen jedoch nachweisen, dass die reklamierten Umweltschäden noch eine Folge des Tankerunglücks sind. Hunderte von Exxon in Auftrag gegebene Studien kamen zu dem Ergebnis, dass die Umweltschäden weit geringer sind, als von anderen Wissenschaftlern dargestellt. (APA/AP)

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