Drei Tote bei Busunglück auf A2

2. Juni 2006, 11:50
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Reisebus ist von Fahrbahn abgekommen und in Kanal gestürzt - Stauungen im Frühverkehr

Mödling - Drei Tote hat ein Busunfall heute früh auf der Südautobahn (A2) in Fahrtrichtung Graz zwischen Wiener Neudorf und der Raststation Guntramsdorf gefordert. Ein moldawischer Reisebus ist von der Fahrbahn abgekommen und über die Böschung in den Wiener Neustädter Kanal gestürzt. Von den 22 Insassen wurden mehrere Passagiere verletzt. Sie wurden in die umliegenden Krankenhäuser eingeliefert. Alle Beteiligten werden psychologisch betreut. Auf der A2 war wegen des Unfalles nur eine Fahrspur passierbar. Es kam zu Stauungen im Frühverkehr.

Helfer arbeiteten im Finsteren

Das Unglück hat sich gegen 4.30 Uhr ereignet. Die ersten Minuten am Unfallort gestalteten sich für die Helfer dramatisch. Da es noch komplett finster war, musste die Stelle ausgeleuchtet werden. Von den 22 Insassen waren mehrere Personen in dem umgestürzten Bus eingeklemmt, andere wurden herausgeschleudert. Ein Großteil der Reisenden ist mit Abschürfungen und Prellungen davongekommen, eine Person erlitt mehrere Knochenbrüche. Die Passagiere waren alle komplett durchnässt, erzählte LEBIG-Sprecher Stefan Spielbichler.

Bus mit Kran gehoben

Hilfsmannschaften mussten dann erst mit einem Kran den Bus aufstellen. Dabei wurde eines der Opfer eingeklemmt im Fahrzeug gefunden. Feuerwehrtaucher suchten im Wasser nach weiteren Vermissten. Ein zweiter Tote wurde von Feuerwehrtauchern im Wasser gefunden. Einen dritten Vermissten fand man unter dem Bus.

Massive Beschädigungen am Bus

Auf den ersten Blick von der Autobahn aus betrachtet hat der Unfall nicht "spektakulär" gewirkt, schilderte Gottfried Bauer vom Bezirksfeuerwehrkommando. Der auf der Böschung auf der Seite liegende Bus ragte vorne ins Wasser. Erst nach der Kranbergung offenbarte sich das Ausmaß der massiven Beschädigungen an dem Bus: Die Seite war komplett eingedrückt, Scheiben waren geborsten und Sitze herausgerissen.

Ölsperren

Da aus dem Bus Dieseltreibstoff in das Wasser austrat, lief parallel zu den Bergungsarbeiten ein Umweltschutzeinsatz. Die Feuerwehr errichtete Ölsperren. Die Rettung stand mit 20 Sanitätern in sieben Fahrzeugen sowie einem Notarztwagen mit zwei Notärzten im Einsatz.

Keine Bremsspuren

Hätte sich der Unfall zehn Meter vorher ereignet, wären die Auswirkungen nicht so dramatisch gewesen, erklärte NÖ Landesfeuerwehrsprecher Jörg Würzelberger. Der Wiener Neustädter Kanal ist an dieser Stelle rund eineinhalb Meter tief. Laut Feuerwehr waren keinerlei Bremsspuren zu sehen. Der Lenker dürfte einfach von der Fahrbahn abgekommen sein. Auf derselben Stelle der schnurgeraden Fahrbahn ist erst vor wenigen Monaten ein Kleinbus verunglückt. (APA)

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