U19-EM: Montag ist Lostag

5. Juni 2006, 16:25
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Coach Gludovatz fährt bereits zum 13. Mal zur Nachwuchs-EM - In Polen fehlen gleich vier große Fußballnationen

Wien - Während Österreichs Elite-Fußballer ab 9. Juni nur WM-Zuschauer sind, spielt der rot-weiß-rote Nachwuchs in diesem Sommer eine Hauptrolle. Die Unter-19-Auswahl des ÖFB ist nämlich eine von acht Teams, die vom 18. bis 29. Juli in Polen die EM-Endrunde bestreiten. Mit von der Partie sind weiters die Gastgeber, Schottland, Portugal, Spanien, Türkei, Tschechien und Belgien. Mit England, Frankreich, Italien und Deutschland sind in Polen hingegen vier der Großen nur Zuseher.

2:1 gegen Slowenien, jeweils 1:0 gegen Russland und Ungarn - das bedeutete am Mittwoch in St. Veit/Glan ohne Punktverlust Tabellenplatz eins in der Quali-Gruppe eins und die Fahrkarte zum EM-Turnier sowie für Trainer Paul Gludovatz das schönste Geschenk zu seinem 60. Geburtstag, den er am 10. Juni feiert, und die Fortsetzung einer scheinbar unendlichen Erfolgsgeschichte. Der Burgenländer, den seine Schützlinge am Mittwoch auch eine Torte und einen Rotwein schenkten, hat mit einem ÖFB-Team bereits zum 13. Mal eine EM-Endrunde erreicht.

Er freute sich wie seine Spieler, denn es gab dennoch für ihn und Österreich eine Premiere. "Mit ein und demselben Jahrgang haben wir noch nie die Qualifikation für die U17- und unmittelbar darauf die U19-EM geschafft", erzählte Gludovatz stolz. Die aktuelle Mannschaft war vor zwei Jahren in Frankreich auf Platz fünf gelandet. Was ihr diesmal zuzutrauen sei, beantwortet der Teamchef so: "Der nächste Schritt sollte das Erreichen des Semifinales sein, der dafür erforderliche zweite Gruppen-Platz unabhängig von der Auslosung möglich sein."

Gludovatz verweist darauf, dass in den vergangenen zwei Jahren Spanien, Tschechien, Belgien und Polen von Österreich schon besiegt wurden. Die Pool-Einteilung findet übrigens bereits am Pfingst-Montag in der ostpolnischen Stadt Posen statt. "Ich habe dafür keine Loswünsche", meinte der 59-Jährige, der nicht unbedingt zur Auslosung nach Polen reisen will. Fix dabei sein wird dafür U19-Teammanager Walter Konir.

So zum Beispiel die Geburtstagsgeschenke und die Tatsache, dass seine Burschen seit der U17-EM-Endrunde keines ihrer acht Einzel-Länderspiele (ohne Turnierspiele/Katar 2006) verloren und sogar fünfmal zu Null gewonnen haben - zuletzt am Mittwoch mit dem 1:0 durch das Goldtor des Austria-Amateurs Rubin Rafael Okotie gegen die Ungarn, gegen die sein Team einen "psychischen und physischen Kraftakt" gezeigt habe.

"Ich setzte auf das Kollektiv, dazu kommt die taktische Reife und das Wichtigste, die immer größer werdende Spielpraxis in den Vereinen", nennt Gludovatz sein Erfolgsrezept. Ein wenig Sorgen bereitet ihm lediglich die Kollision der Endrunde in Polen mit dem Beginn der heimischen Saison. Diesbezüglich hat er aber schon einen Termin mit Bundesliga-Vorstand Georg Pangl. (APA)

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