Aus für zivile Kernreaktoren

20. Juni 2006, 12:19
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Pjöngjang lädt überraschend US-Gesandten ein - Neuer Anlauf auf Vermittlung Chinas

Nordkorea hat im Atomstreit mit den USA nach monatelangem Stillstand überraschend US-Chefunterhändler Christopher Hill nach Pjöngjang eingeladen. Der Sprechers des nordkoreanischen Außenministeriums habe die Einladung mit der Forderung verknüpft, "von den USA aufrichtig erklärt zu bekommen, wie sie die gemeinsame Erklärung (der letzten Runde der Sechsergespräche) umsetzen wollen", berichtete das chinesische Fernsehen.

Der neue Anlauf zur Fortsetzung der seit November suspendierten Sechsergespräche kam auf Vermittlung Chinas zustande. Er könnte allerdings rasch wieder ins Stocken kommen. Fast zeitgleich wurde am Donnerstag das endgültige Aus für die einst vom Westen und Südkorea geplante Atomstromhilfe für Nordkorea bekannt gegeben. Die USA hatten 1994 Nordkorea nach langen Verhandlungen als Gegenleistung für den Verzicht, sich atomar aufzurüsten, den Bau von zwei Leichtwasserreaktoren versprochen.

Das von Südkorea, Japan und der EU mit^finanzierte Milliardenprojekt wurde dem Konsortium, "Korean Energy Development Organization" (Kedo) übertragen. Alle Arbeiten am Bau der Stromreaktoren wurden 2002 eingefroren. Die USA hatten entdeckt, dass Pjöngjang an einem Geheimprogramm zur Urananreicherung arbeitete und damit alle Vereinbarungen brach. Kedo erklärte nun formal das Ende des Leichtwasserreaktor-Projekts. (DER STANNDARD, Printausgabe, 2.6.2006)

Johnny Erling aus Peking
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