Moskau zieht territoriale Unversehrtheit Georgiens in Zweifel

7. Juni 2006, 16:32
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Recht der nach Russland strebenden Südosseten "genauso wichtig wie Recht auf territoriale Integrität"

Moskau - Das russische Außenministerium hat in einer Erklärung die territoriale Ganzheit des Nachbarlandes Georgien im Konflikt mit der abgespaltenen Region Südossetien in Zweifel gezogen. Das Recht der nach Russland strebenden Südosseten auf Selbstbestimmung sei genau so wichtig wie das Recht Georgiens auf territoriale Integrität, hieß es in der Stellungnahme vom Donnerstag in Moskau.

Grundsätzlich achte Russland das Prinzip der territorialen Integrität. "Aber bezogen auf Georgien ist Ganzheit eher ein möglicher zukünftiger Zustand als politisch-rechtliche Wirklichkeit", hieß es in der Erklärung von Ministeriumssprecher Michail Kamynin.

Das seit Zarenzeiten russische Ossetien war in der Sowjetunion geteilt worden. Der Norden blieb bei Russland, der Süden kam zur Sowjetrepublik Georgien. Nach dem Zerfall der Sowjetunion spaltete sich Südossetien 1992 in einem Krieg von Georgien ab. Die Region wolle beim russischen Verfassungsgericht nachweisen, dass sie nie offiziell von Russland abgetrennt worden sei, kündigte der südossetische Präsident Eduard Kokojty am Donnerstag in Moskau an. (APA/dpa)

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