FGM gefährdet nicht nur Frauenleben

3. Juni 2006, 18:57
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WHO-Studie zeigt, dass das Sterberisiko von Kindern genital verstümmelter Mütter um ein Viertel bis Drittel höher ist

London/Genf - Babys, deren Mütter an den Genitalien verstümmelt sind, haben ein höheres Todesrisiko als Kinder unversehrter Frauen. Das zeigt eine große Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), an der 28.373 Schwangere in Afrika teilgenommen haben. Durch die Verstümmelungen der Mütter starben zusätzlich zehn bis 20 von 1000 Babys, wie das WHO-Team um Emily Banks von der australischen Nationaluniversität im britischen Fachjournal "The Lancet" (Bd. 367, S. 1835) berichtet.

Geburtskomplikationen und Kindersterblichkeit

Durch die Praktiken erhöht sich nicht nur das Todesrisiko der Kinder um ein Viertel bis ein Drittel, betonen die ForscherInnen. Auch für die Mütter steigt die Gefahr von Geburtskomplikationen. Verstümmelte Schwangere haben der Studie zufolge unter der Geburt häufiger schwere Blutungen. Außerdem müssen sie sich eher einem Kaiserschnitt oder einer Operation zur Weitung der Vagina unterziehen und länger in der Klinik bleiben als unversehrte Gebärende. Die Risiken für Mutter und Kind steigen mit der Schwere der Verstümmelung.

Ergebnisse von mehr als einem Jahr Forschung

Diese gemeinsam mit afrikanischen ForscherInnen unternommene Untersuchung zeige eindeutig die gefährlichen Auswirkungen auf die Fortpflanzung, sowohl für Frauen als auch für ihre Kinder, betonen die AutorInnen der Studie. Unter der Genitalverstümmelung fassen die ExpertInnen alle Prozeduren zusammen, bei denen aus kulturellen Gründen die äußeren weiblichen Genitalien ganz oder teilweise entfernt werden oder das Geschlechtsorgan auf andere Weise verletzt wird.

Für die Studie wurden von November 2001 bis März 2003 Frauen in 28 Geburtskliniken in Burkina Faso, Ghana, Kenia, Senegal und dem Sudan untersucht. Bisher war den WHO-AutorInnen zufolge unklar, wie sich diese Methoden auf schwangere Frauen und ihre Kinder auswirken. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar
    Zusammengebundene Füße vor der sogenannten Operation: Genital-Verstümmelung
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