Festival "Österreich tanzt" in St. Pölten stellt Konzept vor

9. Juni 2006, 13:10
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Uraufführungen, Querverbindungen, Aktualität, Tradition

Wien/ St. Pölten - Mit 15 Uraufführungen und insgesamt rund 30 Arbeiten in nur fünf Tagen kehrt das seit 2000 bestehende Festival "Österreich tanzt" (20. bis 24. Juni) von der Bühne im Hof ins Festspielhaus St. Pölten zurück. Bei einem Pressegespräch in Wien wurde das Programm am Donnerstag im Detail vorgestellt.

Als "Festival der Uraufführungen und der bewussten Spezialisierung auf besonders sehenswerte, authentische Werke" will Kurator Bernd R. Bienert das Tanzfestival neu positionieren. Seine programmatische Linie sieht er auch im Sinne einer Wiederaufnahme der "durch den Zweiten Weltkrieg abgerissenen österreichischen Tanzgeschichte". Bienert will zeitgenössisches österreichisches Tanzschaffen im Zusammenspiel mit aktueller Musik, Literatur, Film und Medienkunst präsentieren: "Tanz ist nicht mehr so lukullisch, wie er noch vor 20, 25 Jahren war".

"Tanzkompetenzzentrum" angestrebt

Gleich am Eröffnungsabend stehen die Auseinandersetzung mit dem Werk der 1962 verstorbenen österreichischen Tänzerin und Choreografin Hanna Berger und die Performance "oracle night" im Mittelpunkt. Die vertanzte Uraufführung eines Textes von Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, Arbeiten von arrivierten Choreografen wie Milli Bitterli oder Catherine Guerin, Newcomer wie Marcus Bruckner, eine Werkschau von Philipp Gehmacher sowie Filme und Tanzvideos folgen bis 24. Juni.

Auch Michael Birkmeyer, Intendant des Festspielhauses St. Pölten, setzt den Stellenwert des Festivals "Österreich tanzt" hoch an. Es sei ein großes Anliegen, "Tanz in seiner Vielfältigkeit zu zeigen", so Birkmeyer, der den Ausbau des Festspielhauses St. Pölten zu einem künftigen "Tanzkompetenzzentrum" als wichtiges Vorhaben bezeichnete.

Im Vorfeld des Festivals erarbeitet die Choreografin Editta Braun im Rahmen des Projekts "Tanz4you" mit niederösterreichischen Schülern zwei Stücke, die am 18. Juni zur Aufführung gelangen. Tanzvermittlerin Susanne Hofer: "Kinder und Jugendliche sind nicht nur das künftige Publikum, sondern auch ein spannendes Publikum der Gegenwart!" (APA)

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