Impfstoff gegen Japan-Enzephalitis besteht Phase-III-Studie

1. Juni 2006, 13:17
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Wien - Intercell mit Notierung an der Wiener Börse hat eine kritische Phase-III-Studie mit einem prophylaktischen Impfstoff (IC51) zum Schutz vor der Japan-Enzephalitis (JE) erfolgreich abgeschlossen. Damit ist der Weg für den angestrebten ersten Zulassungsantrag in den USA frei. Kommendes Jahr soll dieses erste Intercell-Produkt dort auf den Markt kommen, teilten führende Vertreter des Unternehmens am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien mit.

"Wir sind innerhalb von acht Jahren das führende Biotech-Unternehmen in Österreich geworden. Intercell ist in der Top-Liga der europäischen und in der Top-Liga der weltweiten Biotech-Unternehmen. Wir werden 2007 das erste Produkt haben", sagte CEO Dr. Gerd Zettlmeissl.

Situation

Dabei geht es um eine Vakzine gegen die tückische Japan-Enzephalitis, eine folgenschwere virale Gehirnhautentzündung, deren Erreger - Flavi-Viren - mit Moskitos übertragen werden. Dr. Erich Tauber, zuständiger Projektleiter: "Die Japanische Enzephalitis ist eine wirklich schreckliche Erkrankung. Allein im letzten Jahr sind in einer einzigen Region in Indien daran mehr als 1.000 Kinder gestorben."

Der bisher vorhandene Impfstoff wurde in einem uralten Verfahren auf Maushirnen produziert. Er wurde wegen der möglichen schweren Nebenwirkungen kaum mehr verwendet. Vor allem in Asien gibt es pro Jahr bis zu 50.000 JE-Erkrankungen. 25 Prozent davon verlaufen tödlich. Bei 50 Prozent der Erkrankten kommt es zu neurologischen Langzeit-Schäden.

Studie

Intercell hat den ihm fertig entwickelten neuen Impfstoff ursprünglich von einem US-Unternehmen gekauft, um möglichst schnell ein erstes eigenes Produkt auf den Markt bringen zu können. Produziert wird er in Affen-Vero-Zell-Kulturen. Nun erfolgte die entscheidende Phase-III-Studie auf die Wirksamkeit.

Tauber: "Insgesamt haben wir in unseren Phase-III-Studien 5.300 Teilnehmer. In die Immunogenitäts-Studie wurden 868 Probanden eingeschlossen. (...) Wir haben sehr erfreut die Nachricht bekommen, dass wir die Endpunkte (Ziele, Anm.) getroffen haben." Die Detailinformationen zu der neuen Studie werden erst im kommenden November bei einem Fachkongress vorgestellt. (APA)

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