Anlagezertifikate werden auch als "Alleskönner der Finanzbranche" bezeichnet - Was sie sind und wer sie braucht - Von Walter Kozubek
Seit einigen Jahren geistern von Zeit zu Zeit Nachrichten über neuartige Finanzinstrumente, die manchmal sogar als „Alleskönner der Finanzbranche“ bezeichnet werden, durch die Medienlandschaft. Bei diesen Finanzinstrumenten handelt es sich um Anlagezertifikate. Egal, ob der Wunsch nach Kapitalabsicherung oder nach aggressiver Kapitalvermehrung hinter einer Veranlagung steht – jeder Anlegertyp wird im umfassenden Fundus an Zertifikaten ein seiner individuellen Risikobereitschaft entsprechendes Zertifikat finden.
Der Bogen spannt sich von Garantiezertifikaten, welche die Rückzahlung des einbezahlten Kapitals versprechen, über Discount-, Bonus-, Indexzertifikaten bis zu den hochspekulativen Turbo-Zertifikaten. Gerade in den ersten drei schwierigen Börsejahren des neuen Jahrtausends durchlebten auch Anleger, die ihr Kapital in den „sicheren“ Anlagehäfen der Investmentfonds investiert hatten, schwierige Zeiten. Viele frustrierte Fondsanleger, die mit dieser vermeintlich sicheren Veranlagungsform teilweise herbe Verluste einstreifen mussten, sahen sich nach transparenten und vor allem intelligenten Veranlagungsformen um, die auch halten, was sie versprechen. Somit führt heute kein Weg mehr an Anlagezertifikaten vorbei. Daher sind Zertifikate für den Investor, der die hohen Managementgebühren und Ausgabeaufschläge der Fondsbranche nicht mehr in Kauf nehmen will, eine mehr als interessante Alternative zum Fondskauf.
Was Zertifikate verkörpern
Zertifikate sind Schuldverschreibungen der Banken (Emittenten), welche Zertifikate auflegen. Diese Schuldverschreibungen oder Anleihen werfen zumeist keine regelmäßigen Erträge ab. Die Ausnahme bilden hier lediglich einige Garantiezertifikate, die manchmal mit einem geringfügigen Mindestkupon versehen sind. Die Zertifikate folgen entweder dem Kursverlauf von einem oder mehreren Basiswert(en) oder einer zu Grunde liegenden Anlagestrategie. Obwohl Zertifikate oftmals auf Aktien basieren, verbriefen sie keinerlei Aktionärsrechte. Indexzertifikate auf die weltweit führenden Aktienindizes sind üblicher Weise als OpenEnd-Zertifikate, also ohne Laufzeitbegrenzung ausgestattet.
Im 2. Teil: Wozu man ein Zertifikat brauchen kann
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