Prets: Sexueller Gewalt in Krisengebieten Einhalt gebieten

1. Juni 2006, 13:30
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Bericht zur Lage der Frau in bewaffneten Konflikten und Rolle beim Wiederaufbau im EU-Parlament angenommen

Wien - "Das Thema sexuelle Gewalt, vor allem in Konfliktzonen, ist aktueller denn je, wie etwa das Beispiel Irak zeigt. In den Kriegen zwischen Staaten oder bei innerstaatlichen Konflikten sind die ersten Opfer immer die Schwächsten, das bedeutet Frauen, Kinder und alte Menschen. Daher ist die Forderung, den Schutz gegenüber den Schwachen zu erhöhen und gleichzeitig die Rolle der Frauen beim Wiederaufbau und in Friedensprozessen anzuerkennen und einzubinden, dringend notwendig", betonte SPÖ-Europaabgeordnete Christa Prets nach der heutigen Abstimmung des Berichts zur Lage der Frau in bewaffneten Konflikten und ihre Rolle beim Wiederaufbau im Plenum des Europäischen Parlaments.

Flächendeckende Strafverfolgung

"Der nun angenommene Bericht unterstreicht die Notwendigkeit einer flächendeckenden, internationalen Strafverfolgung derjenigen, die sich der Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen - einschließlich Vergewaltigung, sexuelle Sklaverei, Zwangsprostitution, erzwungene Schwangerschaft oder Zwangssterilisation - schuldig machen", berichtet Prets. Ebenso fordert er die Möglichkeit, dass Opfer von Misshandlungen und Gewalt unversehrt Anklage gegen ihre Peiniger erheben können.

Ende dem Tabu

"Darüber hinaus spricht er sich für strenge Sanktionen auf administrativer und strafrechtlicher Ebene gegenüber Mitarbeitern von Hilfsorganisationen, Vertretern internationaler Einrichtungen, Friedenstruppen und Diplomaten aus, die Frauen und Mädchen sexuell ausbeuten. Dies darf nicht länger ein Tabuthema bleiben", fordert die SPÖ-Europaabgeordnete.

Opfer und Täterinnen

Gleichzeitig verurteilt der Bericht aber auch nachdrücklich den Einsatz von Frauen als "Instrumente des Krieges" sowie jegliche Verherrlichung des Märtyrertums (z.B. als Selbstmordattentäterinnen). "Frauen sind einerseits Opfer des Krieges, werden allerdings auch als Instrument des Krieges eingesetzt. Aber sie sind auch die treibende Kraft des Friedens. Daher ist es notwendig, dass mehr Frauen in der Friedensforschung, Konfliktverhütung und im Wiederaufbau tätig werden", meint Prets. (red)

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