Wörtherseebühne: Zanella sieht keine Mitverantwortung

9. Juni 2006, 13:10
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Beinahe-Intendant deponierte Auffassung vor Untersuchungsrichter

Klagenfurt - Die Debatte um die Spielsaison 2004 auf der Wörtherseebühne in Klagenfurt will kein Ende nehmen. Der vom Kärntner Landtag eingesetzte Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der finanziellen Fragen hat bisher vergeblich versucht, den Konsulenten und Beinahe-Intendanten der Bühne, Renato Zanella, zu vernehmen. Vor einem Untersuchungsrichter am Landesgericht Klagenfurt hat Zanella bereits ausgesagt, nach einem Bericht der "Kleinen Zeitung" vom Donnerstag wies er dabei jede Mitverantwortung zurück.

"De facto" gegen "nie"

Der Ex-Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, Bernhard Sapetschnig, hatte vor Gericht erklärt, Zanella habe in der Saison 2004 "de facto" als Geschäftsführer fungiert. Auch Sapetschnigs Nachfolger Werner Bilgram bestätigte diesen Eindruck bei seiner Aussage vor dem U-Ausschuss. Zanella sagte dazu laut "Kleine Zeitung": "Ich habe nie Bereiche der Geschäftsführung übergehabt." Er wisse nicht, "warum Doktor Sapetschnig auf diese Idee kommt". Denn, so Zanella: "Ich kenne nicht einmal die Funktion einer Geschäftsführung." Und weiter: "Ich hatte ein künstlerisches Programm zu präsentieren." Sonst nichts.

Er habe "ja schon deshalb nie als Defacto-Seebühnen-Geschäftsführer arbeiten können, weil ich in dieser Zeit noch als Direktor des Wiener Staatsopernballetts tätig war". Zudem sei er für wirtschaftliche Angelegenheiten nicht der geeignete Mann: "Ich bin grundsätzlich so schlecht organisiert, dass ich nicht in der Lage bin, selbst eine Honorarnote auszufüllen." Zu seinem Verzicht auf die Intendanz der Seebühne meinte er: "Nachdem sehr viel politischer Staub aufgewirbelt wurde, entschloss ich mich, nicht mehr mit der Seebühne zusammenzuarbeiten."

Prozess fraglich

Die Vorerhebungen gegen Sapetschnig und Zanella seien so gut wie abgeschlossen, berichtet die "Kleine Zeitung". Ob es zu einer Anklageerhebung bzw. einem Prozess kommt, sei aber noch offen. Zanella hat sich übrigens inzwischen doch entschlossen, vor dem U-Ausschuss des Landtages auszusagen, er wurde für den 14. Juni vorgeladen. (APA)

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