Deutsche Bauwirtschaft optimistisch

19. Juni 2006, 14:16
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Trotz schlechten Wetters wird für 2006 ein Wachstum von einem Prozent erwartet

Berlin - Trotz des schlechten Wetters zu Jahresbeginn blickt die deutsche Bauwirtschaft optimistisch in die Zukunft. Nach einer am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages erwarten 85 Prozent aller Bauindustrieunternehmen eine bessere oder zumindest gleich bleibende Geschäftslage, wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie mitteilte. Damit gebe es in der Branche erstmals seit dieser Auswertung im Jahr 1999 mehr Optimisten als Pessimisten.

Der Hauptverband geht davon aus, dass die für die Entwicklung der baugewerblichen Umsätze 2006 prognostizierte "schwarze Null" mit einiger Sicherheit übertroffen werde, hieß es. Grundlage für den Optimismus seien die hohen Auftragsbestände, mit denen die Branche in die Hauptbausaison gehe, aber auch die günstigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Daher erwarte der Hauptverband für 2006 ein Umsatzwachstum bis zu einem Prozent. Einem Umsatzplus von zwei Prozent in Westdeutschland werde allerdings voraussichtlich ein Umsatzminus von drei Prozent in Ostdeutschland gegenüber stehen.

Anziehende Nachfrage

Der Stimmungsumschwung geht den Angaben zufolge auf eine seit Frühsommer 2005 wieder anziehende Nachfrage nach Bauleistungen zurück. Dieser Aufwärtstrend habe sich im ersten Quartal 2006 beschleunigt. So seien die Auftragseingänge für den öffentlichen Bau um 12,7 Prozent gestiegen. Die Bauwirtschaft der alten Bundesländer liegt mit plus elf Prozent vor der der neuen Länder (plus 7,1 Prozent).

Nach wie vor kommt die Belebung der Nachfrage vor allem dem Wirtschaftsbau und dem öffentlichen Bau zugute. Inzwischen zieht aber auch die Wohnungsbaunachfrage an (plus 3,6 Prozent), wie es hieß.

Wenig Auswirkungen bei Umsatzentwicklung

Der harte Winter hat sich den Angaben zufolge auf die Umsatzentwicklung im ersten Quartal unerwartet wenig ausgewirkt. Trotz der stärksten witterungsbedingten Produktionsbehinderungen seit 1996 habe die Bauwirtschaft ein Umsatzplus von 1,8 Prozent erzielen können. Für die Bauinvestitionen habe das Statistische Bundesamt sogar ein Plus von 5,1 Prozent errechnet. Damit habe die Bauwirtschaft erstmals seit vielen Jahren zu Jahresbeginn das gesamtwirtschaftliche Wachstum nicht mehr belastet, sondern gestützt. (APA/AP)

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