Novell reitet auf Linux-Erfolgswelle

12. Juli 2006, 15:29
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500.000 Downloads von SuSE Linux 10.1

Novell hat auch im abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal vor allem von seinem Linux-Engagement profitiert. Beim Umsatz musste der US-Softwarespezialist zwar leichte Einbußen hinnehmen. Insgesamt standen 278 Mio. Dollar zu Buche und damit sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Das Ergebnis drehte das Unternehmen aber mit drei Mio. Dollar ins Plus, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 16 Mio. Dollar geschrieben wurde. "Wir haben unser Ziel, die Profitabilität bis 2008 erheblich zu steigern, nicht aus den Augen verloren", sagt Novell-Chef Jack Messman.

Umschwung

Besonders starke Zuwächse verzeichnete Novell bei seinen Open-Platform-Lösungen und im Bereich Sicherheits- und Identitätsmanagement. "Wir sind ein Unternehmen, das sich im Umschwung befindet", meint der für die Region Deutschland, Österreich und die Schweiz (DACH) zuständige Area Manager Volker Smid im pressetext-Interview. "Wir stellen unsere Netware-Kunden auf den Open-Enterprise-Server um und bringen sie damit dem Linux-Kernel näher." Eine Entwicklung, die sich bezahlt zu machen scheint. Bei leicht rückläufigen Umsätzen habe sich Novell auf der Einkommensseite stark verbessert. "Die Schwungfaktoren fangen an sich zu stabilisieren", so Smid.

"Insgesamt wächst der IT-Markt wieder. Davon profitiert auch Novell als IT-Anbieter"

In der DACH-Region, in der eine hohe Linux-Präferenz vorherrscht, hat sich Novell sogar leicht über Konzernniveau entwickelt. Auch das Umfeld stimmt. "Insgesamt wächst der IT-Markt wieder. Davon profitiert auch Novell als IT-Anbieter", erklärt Smid. Allerdings beruhe die Aufhellung derzeit noch auf Ersatzbeschaffungen und weniger auf innovativen Investitionen, so der Novell-Manager. "Innovative Projekte sehe ich vor allem in Österreich, auch in der Schweiz, aber leider noch zu wenig in Deutschland", sagt Smid.

Effizienz

Mit Initiativen vor allem im Linux- und Identity-Bereich will Novell in Zukunft seinen Umsatz ankurbeln und die Effizienz steigern. Ins Visier genommen hat Novell dabei etwa die Verbreitung von Linux in Datenzentren. "Gerade im Umfeld von großen SAP-Umstellungen findet man eine zunehmende Tendenz von Unix in Richtung Linux-Plattformen", sagt Smid. Darüber hinaus hat Novell auf der CeBIT den SuSE Linux Enterprise Desktop vorgestellt. Seit 11. Mai steht die 10.1-Version von SuSE Linux zum Download. "Innerhalb von wenigen Wochen hatten wir eine halbe Mio. Downloads und 91.000 Registrierungen", so Smid.

Übernahme von e-Security

Beim zweiten großen Wachstumsthema Sicherheitslösungen hat Novell bereits im April mit der Übernahme von e-Security aufhorchen lassen. Die Stärkung des Identity-Management-Bereichs ließ sich das Unternehmen 75 Mio. Dollar kosten. In beiden Kernbereichen will Novell auch in Zukunft kräftig wachsen. Insgesamt soll sich der Umsatz im laufenden dritten Quartal auf 239 bis 247 Mio. Dollar belaufen, allerdings ohne Celerant, das vor einigen Wochen verkauft wurde. Das Ergebnis wird bei 0,03 Dollar pro Aktie erwartet. Novell prognostiziert allerdings Sonderkosten in derselben Höhe. (pte)

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