Heuer ist keine Kapitalerhöhung nötig

12. Juni 2006, 11:48
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AUA-Chef Alfred Ötsch droht mit rechtlichen Schritten, sollte weiter über eine angespannte Liquiditätslage spekuliert werden

Wien – "Wir haben uns ein Nominalkapital von maximal 123 Millionen Euro genehmigen lassen, das wir in den nächsten fünf Jahren abrufen können. Das heurige Budget kommt ohne Kapitalerhöhung aus." Das sagte AUA-Chef Alfred Ötsch bereits vor rund einer Woche im Interview mit dem STANDARD. Nach zahlreichen Spekulationen über eine kolportierte angespannte Liquiditätslage der AUA ging Ötsch am Donnerstag abermals in die Offensive und stellte klar, dass 2006 keine Kapitalerhöhung notwendig ist, weil für das laufende Geschäftsjahr und die darin vorgesehenen Investitionen eine Kapitalerhöhung nicht erforderlich sei.

In einer Aussendung wies er anders lautende Medienberichte, wonach sogar die Liquiditätsbasis für den regulären Flugbetrieb gefährdet sei, zurück und droht mit rechtlichen Schritten. Behauptungen über Liquiditätsengpässe entbehrten jeder Grundlage und würden "durch die offiziellen Zahlen widerlegt". "Sollten weiterhin solche geschäfts- und rufschädigenden Aussagen getätigt werden, werden wir geeignete Mittel ergreifen, um Schaden vom Unternehmen abzuwenden", sagte der AUA-Chef. Gleich 2. Spalte zeitig gab er bekannt, dass er soeben Aktien im Wert von 100.000 Euro gekauft habe.

Neue Aufbruchsstimmung

Für Ötsch gibt es nun eine neue Aufbruchsstimmung im Unternehmen und er verwies auf die Passagierzuwächse um über 13 Prozent in den ersten vier Monaten. Mehr als 80 Prozent des Wachstums am Flughafen Wien ging im ersten Quartal auf das Konto der Austrian-Gruppe. Die Ostexpansion sei mit der Aufnahme sechs neuer Flugziele beschleunigt worden.

Zur Diskussion über die Eigentümerstruktur, die zuletzt Böhler-Chef Claus Raidl anheizte, als er sagte, der Flughafen und die Lufthansa sollten bei der AUA einstiegen, meinte Ötsch: "Gerade für uns als hoch spezialisierte mittelgroße Airline ist es essenziell, dass wir unsere Strategie auf Basis einer stabilen österreichischen Mehrheit, auch in Zukunft selbst bestimmen können." Zum STANDARD sagte der AUA-Chef jüngst, "wenn wir operativ positive Ergebnisse erzielen, ist das die einzige Versicherung, ohne fremde Hilfe zu überleben".

Eigenbetankung

Durch stärkere Eigenbetankung von Flugzeugen will die AUA Treibstoffkosten sparen. Um die Abhängigkeit von den Rohölfirmen zu verringern wurde nun ein Dreijahresvertrag mit der Firma Skytanking ASIG abgeschlossen. Damit können künftig alle Flugzeuggrößen betankt werden, bisher war dies nur bei Langstreckenmaschinen möglich. Mit dieser Maßnahme steigt der Anteil der Eigenversorgung von AUA- Maschinen aus Wien von derzeit 15 auf 22 Prozent. Mittelfristig soll sich dieser Anteil auf 50 Prozent erhöhen. Die Ersparnis dürfte bei einem einstelligen Millionenbetrag liegen. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.6.2006)

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    AUA-Vorstandsvorsitzender Ötsch: "Sollten weiterhin solche geschäfts- und rufschädigenden Aussagen getätigt werden, werden wir geeignete Mittel ergreifen."

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