Sun Microsystems kündigt bis zu 5.000 Beschäftigte

8. Juni 2006, 10:24
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Erste große Entscheidung des neuen Sun-Konzernchefs - Sun Österreich nicht betroffen

Der seit Jahren mit Wachstumsproblemen kämpfende amerikanische Netzwerk-Computerhersteller Sun Microsystems will in den kommenden sechs Monaten 4.000 bis 5.000 Beschäftigte kündigen. Dies ist die erste große Entscheidung des neuen Sun-Konzernchefs Jonathan Schwartz, die er am Mittwoch nach Börsenschluss bekannt gab.

Ende April abgelöst

Schwartz hatte den Firmenmitgründer und langjährigen Sun-Konzernchef Scott McNealy erst gegen Ende April abgelöst. McNealy ist weiterhin Verwaltungsratsvorsitzender. Der geplante Stellenabbau entspricht elf bis 13 Prozent der weltweiten Gesamtbelegschaft von derzeit 37.500 Menschen.

Microsoft und Linux

Sun war in den vergangenen Jahren gegen Hauptkonkurrenten wie IBM, Hewlett-Packard und Dell sowie Billiganbieter aus Fernost unter Druck geraten. Der Trend hin zu preiswerten Servern, die mit Intel-Chips sowie dem Windows-Betriebssystem von Microsoft oder dem kostenlosen Linux-Betriebssystem operieren, hatte Sun belastet. Die Aktien des Unternehmens sind von 64 Dollar auf dem Höhepunkt der Internet- Spekulationsphase im Jahr 2000 auf derzeit 4,64 Dollar abgesackt. Die Wall Street hatte vorübergehend mit Massenentlassungen von mehr als 10.000 Beschäftigten gerechnet.

Kostenersparnisse von insgesamt 480 bis 590 Mio. Dollar

Schwartz will zudem einen Firmenkomplex in Newark verkaufen und gemietete Immobilien in Sunnyvale (beides Kalifornien) abgeben. Sun verspricht sich jährliche Kostenersparnisse von insgesamt 480 bis 590 Mio. Dollar (bis zu 460 Mio. Euro) Die Entschlackungskurs wird in den kommenden Quartalen Restrukturierungsbelastungen von 340 bis 500 Mio. Dollar verursachen, die mehrheitlich im laufenden Geschäftsquartals anfallen werden.

einfach

Schwartz will das Sun-Geschäftsmodell vereinfachen und will sich aus nicht zum Kerngeschäft gehörenden Bereichen zurückziehen. Er hat sich mit dem aus dem Ruhestand zurückgeholten Finanzchef Michael Lehman das Ziel gesetzt, im vierten Quartal des kommenden Geschäftsjahres 2006/2007 (30. Juni) einen operativen Gewinn von vier Prozent des Umsatzes zu erzielen. Langfristig strebt er einen operativen Gewinn von zehn Prozent des Umsatzes an.

Sun geht für das kommende Geschäftsjahr von einen prozentualen Umsatzwachstum im unteren bis mittleren einstelligen Bereich aus. Schwartz verwies auch auf die liquiden Mittel von 4,4 Mrd. Dollar und die starke Bilanz.

Mehr Umsatz

In dem am 26. März beendeten dritten Geschäftsquartal fielen rote Zahlen von 217 Mio. Dollar an. Vor einem Jahr lag das Minus noch bei 28 Mio. Dollar. Der Umsatz stieg dagegen um rund 21 Prozent auf 3,18 Mrd. Dollar.

Sun Österreich nicht betroffen

In einer Aussendung betonte Bernhard Isemann, Geschäftsführer von Sun Österreich, dass "Österreich von diesem Personalabbau absolut nicht betroffen" sei. Er betont: "Das in Kürze endende Geschäftsjahr wird für Sun Österreich das beste Betriebsergebnis seit Bestehen des Unternehmens bringen." (APA/red)

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    Sun entlässt 11 bis 13 Prozent der bisher Beschäftigten.

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