Iranische Nachrichtenagentur bezeichnet US-Angebot als Propaganda

2. Juni 2006, 08:24
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Iranischer Außenminister Mottaki weist US-Angebot zurück: "Logisches Herangehen"

Teheran/Washington/New York - Die iranische staatliche Nachrichtenagentur IRNA hat das Gesprächsangebot der USA im Atomstreit am Donnerstag als Propaganda bezeichnet. Ob es sich bei den kurz vor den Beratungen der fünf Vetomächte im UNO-Sicherheitsrat und Deutschlands in Wien veröffentlichten Äußerungen um eine offizielle Reaktion auf US-Vorschläge handelte, war zunächst nicht klar. Der Iran werde nur solche Vorschläge akzeptieren, die die Interessen des Landes wahrten, hieß es in der IRNA-Meldung. Die Aufgabe der Urananreicherung liege aber bestimmt nicht im Interesse Teherans.

Ein ranghoher Beamter der US-Regierung sagte unterdessen in Washington, Russland und China seien bereit, wieder den UNO-Sicherheitsrat mit dem Atomstreit zu betrauen, falls der Iran in den Verhandlungen nicht einlenken sollte. Als Zugeständnis an den Iran hatten die USA am Mittwoch erstmals Bereitschaft gezeigt, unter Umständen an direkten Gesprächen teilzunehmen. Die Voraussetzung dafür sei, dass der Iran kein Uran mehr anreichere, sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice in Washington. Der russische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Witali Tschurkin, sagte, dies sei ein deutliches Zeichen, dass die USA eine Lösung des Konflikts auf dem Verhandlungsweg erreichen wollten.

Mottaki weist US-Angebot zurück: "Logisches Herangehen"

Der iranische Außenminister Manouchehr Mottaki hat am Donnerstag das Angebot der USA zu direkten Verhandlungen über den Atomkonflikt zurückgewiesen. Das staatliche Fernsehen zitierte Mottaki mit der Bemerkung, wenn die USA eine Änderung im gegenwärtigen Status erreichen wollten, dann müssten sie ihre Haltung ändern und "logisch an das Thema herangehen."

Die US-Regierung hatte am Mittwoch überraschend die Bereitschaft zu direkten Gesprächen mit der iranischen Regierung erklärt, dies jedoch an eine Aussetzung von sämtlichen atomaren Aktivitäten Teherans geknüpft. (APA/Reuters)

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