Zapf mit Millionenverlust

22. Juni 2006, 17:23
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Staatsanwaltschaft ermittelt noch immer gegen einstige Manager: Verdacht auf Bilanzmanipulationen, Geschäftszahlen für vergangene Jahren korrigiert

Rödental - Der angeschlagene Puppenhersteller Zapf Creation hat im ersten Quartal 2006 einen Verlust von 5,3 (Vorjahr: minus 2,9) Millionen Euro ausgewiesen. Gleichzeitig sank der Umsatz von 19,8 auf 17,3 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Nachfolge des vor knapp zwei Wochen entlassenen Vorstandsvorsitzenden Thomas Eichhorn ist nach Angaben einer Firmensprecherin weiterhin offen. Der Aufsichtsrat wolle zügig entscheiden, ein Termin stehe aber noch nicht fest.

Das erste Quartal sei traditionell der Zeitraum, in dem der geringste Umsatz erwirtschaftet werde, sagte die Sprecherin. Zudem hätten die Kunden wegen der späten Osterfeiertage in diesem Jahr ihre Käufe ins zweite Quartal verschoben. Die höchsten Umsätze erzielt der mit Absatzproblemen kämpfende Puppenhersteller wegen des Weihnachtsgeschäftes traditionell im vierten Quartal.

Sparmaßnahmen

Das operative Ergebnis (EBIT) lag im ersten Quartal bei minus 3,9 (Vorjahr: minus 2,2) Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr kalkuliert das Unternehmen mit einem Umsatzrückgang im einstelligen Prozentbereich. 2005 wurde ein Umsatz von 140,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Durch Einsparungsmaßnahmen soll das EBIT um mindestens 15 Millionen Euro verbessert werden. Im Vorjahr wies die Zapf Creation AG ein negatives EBIT von 15,6 Millionen Euro aus. Die Zahl der Mitarbeiter sank zum 31. März 2006 auf 374 gegenüber 494 im Vorjahreszeitraum.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des Betrugs und der Untreue gegen ehemalige Verantwortliche des Unternehmens seien noch nicht abgeschlossen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hof am Donnerstag. Der Rödentaler Puppenhersteller hatte nach mutmaßlichen Bilanzmanipulationen seine Geschäftszahlen für die zurückliegenden Jahre korrigieren müssen. (APA/dpa)

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