Bawag schätzt Schaden auf zwei Milliarden

1. Juni 2006, 15:44
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Vorstandsmitglied Bottermann rechnet mit zwei Milliarden Euro Verlust, die aus Refco- und Karibik-Skandalen entstanden sind

Wien - Die Schadenssumme der Refco- und Karibik-Affären wird von der Bawag auf rund zwei Milliarden Euro geschätzt. Diese Zahl nannte laut "Tiroler Tageszeitung" Bawag-Vorstand Jochen Bottermann. Zudem erklärte der Vorstand, dass er mit einer Einigung mit den Refco- Gläubigern in der nächsten Woche rechne.

"Es tut mir leid, dass unsere Kunden durch den Skandal um die Bawag Unannehmlichkeiten hatten", sagte Bottermann vor Firmenkunden. Als "falsche Horrorzahlen" bezeichnete er Medienberichte, wonach die Aufarbeitung des Bawag-Skandals bis zu 3,5 Milliarden Euro kosten werde. "Das ist völlig falsch. Ich gehe davon aus, dass die Summe nicht höher als bei zwei Milliarden Euro liegen wird, was immer noch alles andere als erfreulich ist."

Einigung in Sicht

Bottermann ließ durchblicken, dass eine Einigung mit den Refco- Gläubigern unmittelbar bevorstehe. "Ich hoffe, dass wir kommende Woche soweit sind. Dann steht einer sauberen Bilanzlegung nichts mehr im Wege. Derzeit haben wir ein Provisorium fix und fertig."

Warum bis dato kein Generalvergleich mit den Amerikanern zustande gekommen sei, wollte der für Firmenkunden zuständige Wahlkitzbüheler nicht sagen. Wie zuletzt mehrfach verlautete, verlangen die Refco-Geschädigten einen Mindestverkaufspreis und ein Monitoring bei der Suche nach einem Eigentümer. Dass die Bawag ein Ladenhüter werden könnte, glaubt Bottermann nicht. "Sobald der Generalvergleich in den USA steht, wird der Verkauf vorbereitet."

Dass der ÖGB künftig Teileigentümer sein könnte, schloss Bottermann aus. "Es könnte nur sein, dass der neue Eigentümer zunächst 100 Prozent kauft und dann einen Teil wieder an die Gewerkschaft rückverkauft, um Kunden zu binden." (APA)

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