Irans Ölminister: "Werden niemals mit USA verhandeln"

2. Juni 2006, 12:28
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Vaziri-Hamaneh: "Inspektoren der internationalen Organisationen" sollen friedliche Nutzung des Nuklearprogramms überwachen

Caracas/München - Der iranische Ölminister Kazem Vaziri-Hamaneh hat im Atomstreit zwischen seinem Land und dem Westen Gespräche des Iran mit den USA ausgeschlossen. Man werde mit den USA "niemals verhandeln", sagte der Minister am Mittwochabend (Ortszeit) am Rande seines Venezuela-Besuchs dem südamerikanischen Fernseh-Nachrichtensender Telesur. Vaziri-Hamaneh sollte am Donnerstag in Caracas am 141. außerordentlichen Ministertreffen der Organisation Erdöl exprotierender Länder (OPEC) teilnehmen.

Die USA hatten direkte Gespräche mit Teheran für den Fall in Aussicht gestellt, dass der Iran die Urananreicherung und - wiederaufbereitung einstellt. "Was diese Frau (Außenministerin Condolezza) Rice sagt sind Worte, die die US-amerikanischen Behörden immer wiederholen", sagte Vaziri-Hamaneh. Die "beste Garantie" für die friedliche Nutzung des iranischen Nuklearenergieprogramms seien die "Inspektoren der internationalen Organisationen, die versichern, dass es keine Indizien dafür gibt, dass die Programme für militärische Zwecke entfremdet werden".

Fluktuationen der Ölpreise

Zum OPEC-Treffen erklärte Vaziri-Hamaneh, das Kartell wolle versuchen, die Fluktuationen der Ölpreise zu begrenzen. Die OPEC- Mitglieder seien wegen der Ölpreise besorgt. Die Nachfrage sei höher als das Angebot. Zudem sei Washington wegen seiner Drohungen gegen den Iran auch am Preisanstieg schuld. Iran ist nach Saudi-Arabien das zwei größte Ölförderland innerhalb der OPEC und produziert derzeit rund vier Millionen Barrel (zu 159 Liter) pro Tag.

Beim OPEC-Ministertreffen in Caracas wird Venezuela laut Ölminister Rafael Ramirez höhere Preise vorschlagen. Die neue Bandbreite für den OPEC-Korbpreis solle von 25 bis 32 US-Dollar pro Barrel reichen. Die Bandbreite liegt derzeit bei 22 bis 28 Dollar. Gemäß dem Preisbandmechanismus des Kartells wird die Fördermenge um 500 000 Barrel pro Tag erhöht, falls sich der Korbpreis 20 Handelstage lang über der oberen Preisgrenze hält.

Browne erwartet Normalisierung des Ölmarktes

BP-Vorstandschef Lord Browne erwartet in den kommenden Jahren eine Normalisierung auf dem Ölmarkt. Befürchtungen, angesichts des wachsenden Energiebedarfs in der Welt und der schrumpfenden Reserven könne das Öl ausgehen, widersprach der Energiemanager entschieden. "Es dauert. Aber das Verhältnis von Angebot und Nachfrage wird sich verbessern", sagte Browne der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe).

Browne verteidigte zugleich die hohen Preise seines Unternehmens und die Milliarden-Ausschüttungen an die Aktionäre. BP habe in früheren Jahren, als man noch einen Verfall der Preise erwartet hatte, kräftig investiert. Ein großer Teil des Gewinns heute sei eine Entlohnung für die Risiken in der Vergangenheit. Browne kündigte weitere Investitionen an, "schneller als alle anderen großen Ölgesellschaften". (APA/dpa/AP)

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    Irans Ölminister Kazem Vaziri-Hamaneh (Mitte)

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