Bertoluccis Peru-Filmprojekt

1. Juni 2006, 12:00
posten

Arbeit an Drehbuch über Geiselnahme in japanischer Botschaft

Rom - Der italienische Regisseur Bernardo Bertolucci plant einen Film über den Rebellenüberfall auf die japanische Botschaft in der peruanischen Hauptstadt Lima 1996. "Ich schreibe gerade ein Drehbuch", verriet Bertolucci der Mailänder Zeitung "Corriere della Sera". Kern der Geschichte sei "das erzwungene Zusammenleben" von 20 Rebellen der Gruppe "Tupac Amaru" mit den Geiseln, sagte er.

Zeitsinn

"Während des viermonatigen Zusammenlebens verliert man völlig den Zeitsinn. Am Ende kann man zwischen Geiselnehmern und Geiseln nicht mehr unterscheiden." Der Film basiere auf dem Roman "Bel Canto" der amerikanischen Schriftstellerin Ann Patchett. Die Geiselnahme endete im April 1997 mit der Stürmung der Botschaft durch peruanische Sicherheitskräfte. Rund 70 Geiseln wurden damals befreit, viele Menschen starben.

Der 65 Jahre alte Bertolucci hatte zuletzt 2003 seinen Film "Die Träumer" über die Irrungen und Wirrungen dreier Großbürgerkinder am Rande der Studentenunruhen im Mai 1968 in Paris präsentiert. (APA/dpa)

Share if you care.