Weiter Rechtsstreit um "Good Bye, Lenin!"

1. Juni 2006, 10:30
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Wegen Verwendung des Films im tschechischen Wahlkampf

Prag - Der Streit um die Verwendung der Ost-West-Komödie "Good Bye, Lenin!" (2003) im tschechischen Wahlkampf beschäftigt nun auch die Prager Justiz. Regisseur Wolfgang Becker gab am Mittwoch bekannt, dass er mit der Produktionsfirma X Filme und dem Vertrieb Bavaria International vor drei Wochen eine einstweilige Verfügung gegen die konservative Demokratische Bürgerpartei (ODS) beantragt habe.

Grund sei die derzeit laufende Verteilung von einer halben Million "Good Bye, Lenin!"-DVDs, die mit ODS-Wahlkampfspots versehen wurden. Der Antrag sei zwar jetzt abgelehnt worden, man erwäge aber weitere rechtliche Schritte, betonte Becker.

Berlusconisierung Tschechiens?

Aus dem Umfeld der Partei hatte es geheißen, man habe die Rechte an dem Film von einer tschechischen Firma erworben, "um Wähler vor linken Parteien zu warnen". Dazu sagte Becker, den Film als anti-kommunistisches Pamphlet zu benutzen, sei absurd: "Anscheinend hat die Berlusconisierung der Politik Tschechien schon erreicht."

Der stellvertretende ODS-Vorsitzende Ivan Langer reagierte am Mittwoch mit Hohn auf die Vorwürfe. Becker sollte froh sein, dass dank der DVD sein Film von so vielen Tschechen gesehen wird, sagte er auf Anfrage. Der ODS werden bei den Wahlen am 2./3. Juni gute Chancen auf einen Sieg eingeräumt, Langer soll dann Innenminister werden. (APA/dpa)

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