Ehemaliger RAF-Terrorist muss auch in Holland Strafe verbüßen

7. Juni 2006, 18:06
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Nach 18 Jahren Haft in Deutschland und zehn Jahren in Freiheit muss Knut Folkerts weitere 20 Jahre verbüßen - Betroffener: Unmenschlich

Den Haag - Das frühere Mitglied der deutschen Terrorgruppe Rote Armee Fraktion (RAF) Knut Folkerts muss in den Niederlanden noch eine Haftstrafe von 20 Jahren verbüßen. Dies hat ein Gericht in Den Haag am Mittwoch festgelegt. Folkerts war 1977 in den Niederlanden verurteilt worden, weil er in Utrecht einen Polizisten erschossen und einen zweiten schwer verletzt hatte. Einige Monate später war er aber nach Deutschland ausgeliefert und dort wegen der Ermordung des früheren Generalbundesanwalts Siegfried Buback zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nachdem er sich von der Gewalt losgesagt hatte, wurde er 1995 unter Auflagen aus der Haft entlassen.

Das Hamburger Landgericht muss nun über ein Rechtshilfeersuchen der Niederlande entscheiden. Seine Rechtsanwältin hatte nach Angaben des Hamburger Gerichts darum gebeten, die Entscheidung der niederländischen Justiz abzuwarten. In Den Haag hatte Folkerts geltend gemacht, er habe die niederländische Strafe während seiner Inhaftierung in Deutschland abgesessen. Zudem sei es unmenschlich, ihn nach einer Haft von 18 Jahren in Deutschland und anschließender zehn Jahre währender Freiheit wieder auf Grund eines Urteils von 1977 in Haft zu nehmen. Beide Argumente wurden vom Gericht in Den Haag zurückgewiesen. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Folkerts auf einem Archivfoto von 1980

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