Bericht über eingeschlossene Zivilisten zurückgewiesen

30. Juni 2006, 12:48
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Regierungssprecher widerspricht Angaben des Bürgermeisters

Bogotá - Die Regierung der kolumbianischen Provinz Chocó hat Berichte zurückgewiesen, tausende Zivilisten seien bei Kämpfen zwischen dem Militär und linken Rebellen eingeschlossen worden. "Das stimmt nicht, und der Bürgermeister des Ortes Bojayá, Florentino Chaverra, hat entsprechende Behauptungen zurückgezogen", sagte der für die innere Sicherheit zuständige Regierungssekretär, Freddy Lloreda, der dpa am Mittwoch. In der Region an der Grenze zu Panama gebe es nur wenige Flüchtlinge, und die Situation normalisiere sich.

Der Bürgermeister hatte am Vortag mitgeteilt, mindestens 3000 Bewohner seiner Gemeinde, wo 2002 bei einem Angriff der FARC-Rebellen auf eine Kirche 119 Zivilisten getötet worden waren, seien zwischen die Fronten geraten. Ein Grund für die unterschiedlichen Angaben wurde zunächst nicht bekannt. Bei Kämpfen und Anschlägen in anderen Landesteilen starben zudem bis Dienstag mindestens 13 Menschen.

Der konservative Präsident Alvaro Uribe, der am Sonntag mit 62,2 Prozent das beste Ergebnis einer Präsidentenwahl in der Geschichte des Landes erzielt hatte, kündigte ein Friedensangebot an die FARC an. Die marxistischen "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) sind mit etwa 18 000 Männern und Frauen unter Waffen die größte Rebellengruppe des Landes und haben bisher Gespräche mit Uribe abgelehnt. (APA/dpa)

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