Teheran will keine Vorbedingungen für Gespräche mit USA akzeptieren

2. Juni 2006, 12:28
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Parlamentssprecher: "Iranische Nation hat Zweifel an der Aufrichtigkeit der USA" - IAEO-Chef appelliert an Teheran

Teheran - Der Iran hat die Bereitschaft der USA zur Teilnahme an Atomverhandlungen grundsätzlich begrüßt, lehnt aber die dafür geforderte Einstellung der Urananreicherung ab. Der Sprecher des außenpolitischen Ausschusses des iranischen Parlaments, Kasem Jalai, sagte am Mittwoch der Nachrichtenagentur ISNA: "Die US-Bereitschaft zu Verhandlungen sollte im Prinzip positiv gesehen werden, aber die von Washington gestellten Vorbedingungen sind dafür ungeeignet."

US-Außenministerin Condoleezza Rice hätte in ihrer Ankündigung klarmachen sollen, dass die USA die Rechte des Irans nach dem Atomwaffensperrvertrag akzeptieren, sagte der Sprecher. Er fügte hinzu: "Die iranische Nation hat Zweifel an der Aufrichtigkeit der USA, und die Amerikaner sollten zuerst ihre Ehrlichkeit gegenüber den Iranern beweisen." Teheran beharrt darauf, dass es nach dem Atomwaffensperrvertrag das Recht auf friedliche Nutzung der Atomenergie inklusive der Urananreicherung hat.

Unterdessen begrüßte der Generalsekretär der internationalen Atomenergiebehörde (IAEO bzw. IAEA), Mohamed ElBaradei, ausdrücklich die Haltungsänderung der USA und "ermutigte" Teheran in einer Aussendung, "die für die Aufnahme dieser Gespräche notwendigen Voraussetzungen zu schaffen", um eine umfassende Lösung des Problems zu erreichen, "die sowohl für die internationale Gemeinschaft als auch den Iran akzeptabel ist". (APA/dpa)

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