Opiumanbau in Afghanistan erreicht neue Rekordwerte

1. Juni 2006, 20:23
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Die durch Österreich führende Balkanroute wird für den Heroinschmuggel immer wichtiger

Heroinschmuggel auf der Balkanroute blüht - Die Polizei versucht zu kontern.<>
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Wien - Albaner, die im Drogenhandel an der US-Ostküste groß mitmischen. Russen, die gemeinsam mit Chinesen und Iranern Jagd auf Vorläuferstoffe für die Heroinproduktion machen. Österreichische Polizisten, die mit ihren kroatischen Kollegen taktische Finessen bei verdeckten Ermittlungen durchgehen. Drogenkriminalität ist genauso wie die legale Wirtschaft längst globalisiert, die Ermittler, die sie bekämpfen sollen bemühen sich mit der Entwicklung Schritt zu halten. Einen Beitrag dazu soll ein dreitägiger Workshop in Wien leisten, bei dem Beamten aus Europa, Russland und den USA die Vorteile der internationalen Vernetzung näher gebracht werden soll.

Balkanroute - eine von drei Schmuggelpfaden

Hauptthema der Veranstaltung, die am Mittwoch begonnen hat: Die so genannte Balkanroute, einer von drei Schmuggelpfaden, auf denen Heroin aus Afghanistan nach Europa gebracht wird. Eine Route, die immer mehr an Bedeutung gewinnt, wie Max-Peter Ratzel, Direktor der europäischen Polizeibehörde Europol betont. Denn nach den Erhebung der UNO kamen im Vorjahr 61 Prozent des Rauschgiftes über den Iran Richtung Westen, zwanzig Prozent wurden über Pakistanauf dem Seeweg zu den Suchtkranken gebracht und 19 Prozent des Heroin gingen über die "Nordroute"und damit die ehemalige Sowjetunion.

Russland wird immer mehr Zielland

Wobei Russland immer mehr von einem Transit- zu einem Zielland für das Suchtgift wird, wie Viktor Tscherkessov bei einer Pressekonferenz eingestehen musste. Gleichzeitig strich der Direktor der russischen Anti-Drogen-Einheit aber auch die Erfolge hervor. So sei es in den vergangenen Jahren gelungen, die polizeiliche Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten von Afghanistan zu verbessern. Jeweils sechs bis 14 Länder arbeiten mehrmals pro Jahr bei Großoperationen gegen den Drogenschmuggel zusammen. "Erst in der Vorwoche wurde ein Einsatz abgeschlossen, der sich gegen die Routen richtete, auf denen die Grundsstoffe für die Heroinproduktion nach Afghanistan gebracht werden, 135 Tonnen wurden dabei beschlagnahmt."

Diese - meist legalen - Vorläufersubstanzen rücken immer mehr ins Interesse polizeilicher Ermittlungen, auch bei der Produktion anderer Drogen. Das Treffen in Wien soll den Informationsstand der einzelnen Behörden abgleichen.(Michael Möseneder, DER STANDARD Printausgabe 1.6.2006)

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    Die so genannte Balkanroute ist eine von drei Schmuggelpfaden, auf denen Heroin aus Afghanistan nach Europa gebracht wird

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