Fäden von Turkmenistan nach Wien

8. Juni 2006, 19:47
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RosUkrEnergo: Neue Connections entdeckt

Moskau - Seit Monaten hält sich das Mysterium um die Gashandelsfirma RosUkrEnergo (RUE), die zentralasiatisches und russisches Gas in die Ukraine und nach Europa transportiert. Bekannt ist, dass 50 Prozent von Gasprom und 50 Prozent von der Raiffeisen- Tochter RIAG über die Centragas Holding treuhänderisch gehalten werden. Die Vermutungen, dass sich dahinter Mafiaautoritäten verbergen, halten sich auch, nachdem im April die Namen der Begünstigten bekannt gegeben wurden: die Ukrainer Dmitri Firtasch und Iwan Fursin.

Im Stückwerk des Wissens ist jetzt wieder ein Eck dazugekommen: Firtaschs Partner Robert Shetler Jones sagte der Financial Times, Firtasch und sein Kompagnon Igor Fischerman (israelische Highrock Holding) besäßen 75 Prozent der Aktien der in der Wiener Löwelstraße 12 (auch Centragas) registrierten Zangas. Diese baut für 216 Mio. Dollar Gasleitungen in Turkmenistan und erhielt den Vertrag zum Kauf von zwei Mrd. Kubikmeter Gas. Bemerkenswert ist, dass die Organisation Global Witness den turkmenischen Diktator Nijasov als Nutznießer ausgemacht hat.

Interessant ist auch, dass Firtasch laut Vedomosti die Anteile von früheren Top-Managern der russischen Aluminiumhaie Oleg Deripaska und Michail Chernoy gekauft hat. Der übel beleumundete Chernoy besaß die bulgarische MobilTel, veräußerte sie an die Gruppe um Martin Schlaff, der sie 2005 mit rund 800 Mio. Euro Gewinn an die Telekom Austria weiter verkaufte. (Eduard Steiner, Moskau, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.6.2006)

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