Öffnung und Einkehr zum Anfassen

12. Juni 2006, 16:18
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Oberösterreich bietet Architektur hautnah

Oberösterreichs Architekturlandkarte kann sich mit den entstandenen Bauten der letzten Monate wieder ein paar weitere rote Wimpel für bemerkenswerte Architektur aufpinnen. "Stadt Land Fluss" wird die architektonische Entdeckungsreise anlässlich der Architekturtage 2006 genannt, wo viele dieser neuen Bauten von Freistadt bis Bad Ischl gemeinsam mit den Architekten und Architektinnen besucht werden. In Linz endet eine Schiffsfahrt mit einer Party im Büro der x architekten, offene Ateliers und ebenso offene Häuser sind an diesen Tagen vom Mühlviertel bis ins Salzkammergut zu finden. Linz arbeitet an der Entwicklung von der Industrie- zur produktiven Kulturstadt, der Titel "Kulturhauptstadt Europas 2009" ist dabei ein heftiger Ansporn – es wird bereits heftig geplant.

Projekte wie das Opernhaus mit 900 Sitzplätzen auf dem Gelände des ehemaligen Unfallkrankenhauses und die Erweiterung des Ars Electronica Centers durch Andreas Treusch sind schon beschlossen. Der siegreiche Musiktheaterentwurf des Briten Terry Pawson wird bis zum Hauptstadtjahr zwar mit Sicherheit nicht fertig gestellt sein, dafür darf man hoffen, dass Intendant Martin Heller eine Vielfalt an Projekten initiieren wird, die von Architekturqualität und – wie es sein ausdrücklicher Wunsch ist – von Nachhaltigkeit geprägt sind. Neben dem Hauptbahnhof-Gebäude (von Wilhelm Holzbauer) wachsen gerade die letzten Meter des Wissensturmes von Kneidinger Stögmüller in die Höhe, und in den Bahnhofsvierteln von Linz und Wels wird noch einiges geschehen.

Außerhalb von Linz war besondere Produktivität im Bereich der Sakralbauten zu verzeichnen. Geweihten Boden betritt man bei der Führung durch das katholische Pfarramt in Gallspach von Ernst Beneder und Anja Fischer, das Pfarrzentrum der Stadtpfarre Wels von Frohring*Ablinger, die St.-Franziskus-Kirche in Wels von Luger & Maul oder – ein älteres Projekt – einen Friedhof mit Aufbahrungshalle in Freistadt von Pointner-Pointner-Ullmann.

Riepl Riepl ist unter dem Titel "room to move" eine Werkschau im afo architekturforum oberösterreich gewidmet, die am Samstag, den 10. Juni ebenso zu sehen sein wird wie das Entspannungsprogramm, dass sich das afo für diesen Tag überlegt hat. "Room to ^move closer", könnte man sagen, denn da gibt es den ganzen Tag über Barbetrieb und "ArchitektInnen zum Anfassen" – angegriffen werden sie ohnedies ständig. (Lilli Hollein, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.6.2006)

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