Schießerei im Cafe Cappuccino könnte "bestellt" gewesen sein

1. Juni 2006, 19:46
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Suche nach möglichen Auftraggebern läuft - Streit um Geld könnte Ursache gewesen sein

Wien - Wie ein Puzzle mit fehlenden Teilchen beschäftigt der wilde Schusswechsel im Wiener Cafe Cappuccino die Polizei. Die Kriminalisten vermuten bisher, dass jene vier oder fünf Männer, die das Feuer eröffnet haben, erst vor wenigen Tagen wegen eines Streits um Geldforderungen nach Wien "geholt" wurden. Zwei von ihnen liegen schwer verletzt im Spital, die anderen sind flüchtig.

Noch ist unklar, wer wie oft auf wen geschossen hat. Unmittelbar Beteiligte sind untergetaucht. Erste Ermittlungsergebnisse deuten darauf hin, dass es um Schulden aus geplatzten Geschäften ging. Möglicherweise spielen Geldforderungen wegen geplatzter Auftritte von Sängern eine Rolle. Ein Ermittler erklärte: "Die Leute aus diesem Milieu besitzen Lokale oder sind an Lokalen beteiligt."

Fest steht, dass eine Gruppe von vier bis fünf Männern aus Ex-Jugoslawien in der Nacht auf Dienstag das Cafe Cappuccino in der Ottakringer Straße betrat. Zu diesem Zeitpunkt waren zehn bis 15 Personen im Lokal. Auch zwei seit Jahren in Wien lebende Männer jugoslawischer Herkunft. Nach ihnen könnten die anderen Männer gesucht haben. Es folgte eine wilde Schießerei aus mehreren Handfeuerwaffen. Die Polizei-Tatortgruppe sammelte stundenlang Patronenhülsen und Projektile ein. Aus der vier- bis fünfköpfigen Gruppe wurden zwei Männer getroffen.

Einer der beiden Männer, gegen die sich die ganze Aktion gerichtet haben könnte, war am Mittwoch noch in Haft. Es handelt sich um einen Ex-Jugoslawien stammenden Wiener Lokalbesitzer. Er beteuert, dass er keine Waffe hatte, hat aber eine Beteiligung an der Auseinandersetzung teilweise zugegeben. Die Gruppe seiner Kontrahenten ist abgesehen von den zwei Verletzten flüchtig.

"Wir suchen insgesamt nach fünf weiteren Männern", sagte Haimeder. "Die Chancen auf Ausforschung stehen gut, sie alle zu erwischen weniger." Besonders die erst vor Tagen eingereisten Verdächtigen könnten bereits wieder über die Grenze sein. (APA)

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