Trotz Schneefalls in Tirol vorerst keine neuen Bärenspuren

5. Juni 2006, 17:39
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Nun beunruhigt ein Wolf die Bauern in der Region

Bozen/Innsbruck - Der zwei Meter große Braunbär, der seit Tagen durch Tirol wandert, ist bis auf weiteres am Achensee im Bezirk Schwaz untergetaucht. Trotz Schneefalls und ausgelegten Ködern konnten am Mittwoch keine Spuren entdeckt werden. In Südtirol haben Bauern unterdessen wegen eines anderen Wildtieres Sorgen um ihr Vieh: Ein aus dem Engadin stammender Wolf ist im Vinschgau gesehen worden.

Die Möglichkeit, dass der aus dem Trentino stammende Bär "JJ1" wieder nach Bayern gewandert sei, könne nicht ausgeschlossen werden, hieß es von der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten". "Da der Bär auffällig viel wandert, kann es sein, dass er die Region um den Achensee wieder verlassen hat. Eine hundertprozentige Garantie haben wir aber nicht. Wir werden weiter dran bleiben", meinte der Einsatzleiter Christoph Eberharter. Auch für den WWF sei die Lage vorerst unverändert. "Wir können nur zuwarten und weitere Fangpläne machen", sagte WWF-Sprecherin Susanne Grof.

Den Vinschgauer Bauern würde das Wolfsaufkommen im Engadin Sorgen bereiten, hieß es in der Mittwochausgabe der "Dolomiten". Bereits im Dezember 2005 sei ein Wolf in Südtirol gesichtet worden. Die Vermutung liege nahe, dass weitere folgen und sich ansiedeln werden. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch bei uns einzelne Exemplare auftauchen", stellte das Landesamt für Jagd und Fischerei in Bozen fest. Wenn sich die Wolfspopulation ausbreitet, würden immer junge, männliche Einzelgänger vorausgeschickt, um die Gegend zu erkunden. (APA)

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