Erdbeben- und Hochwassergefahr per Mausklick

7. Juni 2006, 10:31
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Adressabfrage per Internet - Informationen über Erdbeben- und Überschwemmungsgefahr eines bestimmten Grundstücks

Erdbeben- und Hochwassergefahren für eine bestimmte Region in Österreich sind ab 1. Juni per Internet (hochwasserrisiko.at) abrufbar. Im Rahmen des Projekts "HORA", das vom Landwirtschaftsministerium und vom Versicherungsverband Österreich (VVO) betrieben wird, kann jedermann eine Adressabfrage per Internet machen und sich über Erdbeben- und Überschwemmungsgefahr etwa eines bestimmten Grundstücks informieren.

"HORA"

Die Umsetzung des Projekts hat bisher vier Jahre gedauert und zwei Millionen Euro gekostet, heißt es in einer Aussendung am Mittwoch. Insgesamt mussten für den Hochwasseraspekt 25.000 Flusskilometer berücksichtigt werden. Durch "HORA" soll nicht zuletzt das Risikobewusstsein in der Bevölkerung geschärft werden, so Umweltminister Josef Pröll (V) und Othmar Ederer vom VVO.

Daten

Die Daten zur Erdbebengefährung wurden vom den Seismologen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien gemeinsam mit deutschen Kollegen berechnet. Sie sind nicht zuletzt für die Errichtung von Gebäuden von Bedeutung, je nach Zone muss die Bauweise angepasst werden.

Zonen

Die gefährdetste Zone bezüglich Erdbeben ist in Österreich der Süden Kärntens und Teile Tirols, erklärte ZAMG-Erdbebenexperte Wolfgang Lenhardt gegenüber der APA. Hier sei in einer Periode von 800 Jahren durchschnittlich einmal mit einem Erdbeben der Stärke VII bis VIII nach EMS-98 (zwölfteilig, entspricht der Mercalli-Sieberg-Skala) zu rechnen. Mit VII muss man in weiten Teilen Kärntens, der Steiermark und Teilen des südlichen Niederösterreichs, sowie in Tirol und in Vorarlberg rechnen.

Erdbebengefahr

Die geringste Erdbebengefahr herrscht im äußersten Norden Österreichs. Hier muss man - wie man auf den Karten erfährt - teilweise nur mit einer Erdbebenstärke von V bis VI rechnen. Bei einem Erdbeben der Stärke VI ist schlimmstenfalls mit leichten Gebäudeschäden zu rechnen, so können Verputzteile abbröckeln. Bei Stärke VIII können einfache Gebäude schon völlig einstürzen, bei besser gesicherten Häusern können etwa Gesimse oder Rauchfänge ab- bzw. einstürzen.(Apa)

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